Bremsklotz für die Konjunktur
Handwerk warnt vor Arbeitskräfte-Knappheit

Mit der starken Belebung am Arbeitsmarkt wächst in der Wirtschaft die Sorge, dass schon bald Arbeitskräfteknappheit die Konjunktur dämpfen könnte. In Berlin beginnen die Betriebe gemeinsam mit der Arbeitsagentur bereits sich selbst zu helfen.

BERLIN. „Wir nähern uns einer Situation, in der ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zum echten Bremsklotz für den Wirtschaftsaufschwung werden kann“, sagte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), dem Handelsblatt.

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist in Deutschland nach wie vor überproportional hoch, gleichzeitig tun sich zunehmend auch Handwerksbetriebe schwer, qualifizierte Bewerber zu finden“, betonte er. In Berlin hätten die Bauinnungen bereits zur Selbsthilfe gegriffen und qualifizierten gemeinsam mit der Arbeitsagentur junge arbeitslose Facharbeiter für die aktuellen Anforderungen der Betriebe, berichtete der ZDH-Generalsekretär.

Die Arbeitslosenzahl war im Februar nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) überraschend um 24 000 auf 4,22 Millionen gesunken. Üblicherweise steigt die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar an. Der Rückgang entfiel dabei ausschließlich auf den Bereich der Kurzzeitarbeitslosigkeit, während die Zahl der überwiegend Langzeitarbeitsarbeitslosen im Hartz-IV-System stagnierte.

„Klar ist, dass sich bei dieser Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt regionale Engpässe zunehmend verstärken“, sagte Roland Döhrn, Konjunkturchef am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), dem Handelsblatt. Messbare Belege für einen kurzfristigen Bremseffekt auf die Gesamtwirtschaft sehe er aber noch nicht. So seien unter anderem „Puffer“ bei der Arbeitszeit noch nicht ausgeschöpft, darunter etwa eine vermehrte Umwandlung von Teilzeit- und Vollzeitstellen, erläuterte Döhrn.

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