Brita-Chef Markus Hankammer
„In Zukunft designt jeder sein Wasser selbst“

Vom Taunus aus haben Wasserfilter von Brita den Weltmarkt erobert. Firmenerbe Markus Hankammer peilt nun eine halbe Milliarde Euro Umsatz an. Die Konkurrenz von Warren Buffett schreckt ihn nicht.
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TaunussteinWer durch die saftig-grünen Hügel des Taunus zum Stammsitz von Brita fährt, kommt an einem Kreisel vorbei. Aus dem Felsbrocken in der Mitte sprudelt klares Wasser. „Gesponsert von BRITA“ steht da unübersehbar.  

Im idyllischen Taunusstein werden seit rund vier Jahrzehnten die Kartuschen, das Herzstück der Brita Wasserfilter, gefertigt. Mehr als 40 Millionen Stück laufen hier im Jahr vom Band. Weltbekannt ist Brita vor allem für seinen Tischwasserfilter in Karaffenform. Doch längst hat der Mittelständler diverse andere Geräte entwickelt, die mehr können als Wasser zu demineralisieren.

Der Hahn des Wasserspenders in der Eingangshalle zum Beispiel mutet futuristisch an. Er könnte glatt vom Raumschiff Enterprise stammen. Markus Hankammer, Firmenchef in zweiter Generation, drückt auf einen leuchtenden blauen Knopf. Heraus kommt gefiltertes und gekühltes Wasser – still oder gesprudelt. Dann drückt er einen roten Knopf, es blinkt. Dampfend heißes Wasser fließt in die Teetasse – gefiltert und entkalkt.

Das Familienunternehmen aus Hessen hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Wassertrinken zu revolutionieren. „In Zukunft designt jeder sein Wasser selbst“, prophezeit Brita-Chef Markus Hankammer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Gefiltertes Leitungswasser werde mit Vitaminen und Mineralien optimiert – ganz nach individuellem Bedürfnis und Geschmack. „Maßgeschneidertes Wasser sozusagen“, sagt Hankammer.

Wettbewerber BWT aus Österreich etwa bietet bereits einen Filter an, der Magnesium zusetzt. Brita gilt zwar als ein Marktführer für Tischwasserfilter, ist aber beileibe nicht der einzige Anbieter auf dem unübersichtlichen Markt für Wasserfilter diverser Art.

Bei Filtern direkt am Wasserhahn gibt es weitere Platzhirsche aus den USA oder Japan. Der Markt für Geräte unter der Spüle ist noch deutlich fragmentierter, weiß Branchenkenner Hans-Martin Blüder, Geschäftsführer der InsightOut Unternehmensberatung. „Die Technologie an sich – Aktivkohle und Ionentauscher - ist kein Hexenwerk, die beherrschen andere auch.“

Allerdings ist Brita die weltweit einzige echte Marke, betont Blüder. Entsprechend viele Übernahmeofferten erhalten die Taunussteiner. Doch für Familie Hankammer steht fest: „Verkauf ist für uns kein Thema.“

Kommentare zu " Brita-Chef Markus Hankammer: „In Zukunft designt jeder sein Wasser selbst“"

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  • Das zum Einsatz kommende Leitungswasser wird frei Haus geliefert. Das macht nur einen Bruchteil der Flaschenkosten aus. Im geschmackstest siegt es auch. Bemerkenswert, dass im europäischen Ausland die Akzeptanz weitaus höher ist. Siehe auch http://lebensraumwasser.com/2014/08/30/leitungswasser-schlagt-flaschen-konkurrenz-im-geschmackstest/

  • "Für die modernen Filteranlagen unter der Spüle, die einen fünfstelligen Betrag kosten, bietet Brita ein „Wasserabo“ an: 29,90 Euro im Monat für zwei Jahre."

    Das wäre wohl einn schlechtes Geschäft. Oder wurden bei dem "fünfstelligen Betrag" auch die Nachkommastellen gezählt?

  • Vitamine im Wasser ???
    Mineralien im Wasser
    ( Aber natürlich )

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