Britische Wettbewerbshüter ermitteln

Trivago droht Sammelklage

„Finden Sie Ihr ideales Hotel zum besten Preis.“ Damit wirbt das Hotelpreisportal Trivago. Ob das wirklich stimmt, untersucht jetzt die britische Wettbewerbsbehörde. US-Anleger wittern ihre Chance für eine Sammelklage.
Kommentieren
Der Aktienkurs von Trivago hat seit dem Börsengang Mitte Dezember 2016 eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Quelle: Trivago
Zentrale von Trivago

Der Aktienkurs von Trivago hat seit dem Börsengang Mitte Dezember 2016 eine Berg- und Talfahrt hinter sich.

(Foto: Trivago)

DüsseldorfTurbulente Zeiten für das Hotelsuchportal Trivago: Knapp ein Jahr nach dem Börsengang an der Nasdaq in New York sind die Düsseldorfer ins Visier der britischen Wettbewerbshüter geraten. Die Competition and Markets Authority (CMA) prüft, ob Hotelportale Verbraucher möglicherweise in die Irre führen. Betroffen von den Untersuchungen sind neben Trivago unter anderem auch die Buchungsportale Booking.com, Trivago-Mutter Expedia und Hotels.com.

Die Behörde untersucht etwa mögliche versteckte Kosten, das Ranking der Suchergebnisse und vorgebliche Rabatte, die zur Buchung verleiten sollen. 70 Prozent der Briten, die im Netz eine Unterkunft suchen, nutzen laut CMA solche Hotelportale. CMA-Chef Andrea Coscelli fürchtet, dass es die Informationen auf den Portalen Verbrauchern schwerer machen, die besten Deals zu finden. Dies würde gegen das britische Verbraucherschutzgesetz verstoßen.

Laut BBC will Trivago „mit der CMA zusammenarbeiten, um die Vorteile zu erklären, die es Verbrauchern bietet, die nach ihrem idealen Hotel suchen“. Trivago bewirbt sich auf seiner Homepage als „unabhängiger Hotelpreisvergleich“, der mehr als 200 Webseiten mit rund 1,4 Millionen Hotels weltweit durchstöbert. Über ein Auktionsverfahren können die Anbieter allerdings die Wahrscheinlichkeit für Klicks erhöhen. Trivago selbst leitet an Buchungsseiten lediglich weiter, führt aber keine Hotelbuchungen durch.

Die Untersuchung der britischen Wettbewerbshüter hat US-Kanzleien auf den Plan gerufen, die sich auf lukrative Sammelklagen im Aktienrecht spezialisiert haben. Diverse Kanzleien wie Brower Piven, Faruqi & Faruqi bis Hagens Berman suchen öffentlich nach mutmaßlich geschädigten Trivago-Anlegern. Wer mehr als 100.000 Dollar mit Trivago-Aktien verloren habe, könne sich einer Sammelklage vor dem US District Court für den Southern District New York anschließen. Am 29. Dezember läuft die Frist ab, bis zu der sich mutmaßlich von Trivago Geschädigte melden können.

Der Vorwurf: Trivago habe im Börsenprospekt nicht auf irreführende Verkaufspraktiken hingewiesen, die unvermeidlich irgendwann zu einer Untersuchung von Wettbewerbsbehörden geführt hätten. Trivago wollte auf Anfrage des Handelsblatts die Vorgänge im Moment nicht kommentieren.

Der Aktienkurs von Trivago hat seit dem Börsengang Mitte Dezember 2016 eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Der Ausgabekurs lag bei elf Dollar je Aktie. Im August kletterte er auf sein Allzeithoch von 24,27 Dollar je Aktie. Seit einer Gewinnwarnung Anfang September fiel der Kurs steil ab. Weiter bergab ging es vergangene Woche nach enttäuschenden Zahlen für das dritte Quartal. Die weisen zwar ein Umsatzplus zum Vorjahreszeitraum von 17 Prozent auf 287,9 Millionen Euro aus, aber auch einen Verlust (bereinigtes Ebitda) von 7,1 Millionen Euro.

Das sind die schönsten Strände der Welt
Platz 10: Galapagos Beach (Tortuga Bay), Galapagos Inseln, Ecuador
1 von 10

Einmal im Jahr kürt das Reiseportal Trip Advisor auf der Grundlage von Nutzerbewertungen die beliebtesten Strände der Welt. Auf Platz zehn landet Tortuga Bay auf den Galapagos Inseln. Die Bucht liegt im Nationalpark und ist nur durch eine Wanderung zu erreichen. Neben Schildkröten, Rochen und Krabben lassen sich auch Leguane und Kormorane beobachten.

„Die einzigartige Tierwelt am Strand und im Wasser ist ein absolutes Plus“, schwärmt ein Gast auf dem Reisebewertungsportal. Strandliebhaber, die damit noch nicht genug haben, können ab rund 200 Euro einen Tagesausflug buchen und weitere Strände und Naturlandschaften bei einer geführten Tour erkunden.

Günstigster Hotelpreis: 166 Euro im Dezember*

* Quelle: Die durchschnittlich günstigsten Übernachtungsraten sowie der Monat basieren auf Trip Advisor-Preisdaten (Zeitraum 1. Januar – 31. Dezember 2016), ermittelt von Buchungspartnern inklusive OTAs und Hotelpartnern

Platz 9: Strand von Elafonisi, Kreta, Griechenland
2 von 10

Der Strand von Elafonisi liegt am südwestlichen Zipfel der griechischen Insel Kreta. Das Wasser „ist super klar wie auf den Bahamas. Der Sand schimmert wirklich pink“, berichtet ein User. Die kleine „Hirsch-Insel“ mit roten Korallenspuren auf der Wasseroberfläche ist nur durch das flache Wasser über einen Sandstreifen von der Hauptinsel Kreta aus zu erreichen.

Günstigster Hotelpreis: 38 Euro im März

Platz 8: Radhanagar Beach, Havelock Island, Indien
3 von 10

Havelock Island ist die Hauptinsel des Ritchie's Archipels der Andamanen im Indischen Ozean. Hier werden alle Strände durchnummeriert, um Verwechslungen vorzubeugen. Der beliebte Radhanagar Beach trägt die Nummer „7“.Das Besondere: Auf der Insel reicht der fast unberührte Wald voller Padouk-Bäume knapp bis ans Meer, was zum außergewöhnlichen Flair der Umgebung beiträgt: „Ein wirklich schöner Strand. Als wir dort waren, konnte man kilometerweit spazieren gehen, ohne jemanden zu treffen.“ Wer die pure Natur lieber unter Wasser erkunden möchte, ist hier gut versorgt. Scuba Diving erfreut sich großer Popularität.

Günstigster Hotelpreis: 107 Euro im August

Platz 7: Playa Norte, Isla Mujeres, Mexiko (Yukatan-Halbinsel)
4 von 10

Reisende, die etwas mehr Trubel schätzen, sollten am Playa Norte auf der Yukatan-Halbinsel auf ihre Kosten kommen: Zahlreiche Strandbars und viele Schaukeln laden zu einem Drink mit Blick über das klare Wasser ein. Tagsüber können Touristen hier mit etwas Glück Blicke auf Schildkröten und andere Meeresbewohner erhaschen. „Beim Blick vom Strand auf‘s Meer kommt man ins Träumen...ein fantastischer Ort zum Entspannen. Abends haben wir einen traumhaften Sonnenuntergang erlebt“, berichtet ein Urlauber. Das Unterwassermuseum in Cancún wartet mit monumentalen Unterwasserskulpturen auf.

Günstigster Hotelpreis: 180 Euro im September

Platz 6: La Concha Beach, San Sebastian, Spanien
5 von 10

Auf Platz sechs ist ein europäischer Strand vertreten: La Concha Beach im Norden der iberischen Halbinsel. Der 1,5 Kilometer lange muschelförmige Strand in San Sebastian, der Kulturhauptstadt 2016, gilt als einer der schönsten Stadtstrände Europas, der sich für viele Reisende eignet: „Ob man ein ambitionierter Schwimmer ist, mit Kindern mal gefahrlos im Atlantik herumtollen möchte oder einfach nur in der flachen Brandung spazieren gehen: die Concha ist die richtige Wahl!“ Von den Hüglen Monte Urgull und Monte Igeldo können Urlauber die malerische Bucht mit der Insel Santa Clara in der Mitte bewundern. Auch kulinarisch hat San Sebastián einiges zu bieten - die spanische Stadt gilt als Hochburg für Pinchos. Das sind kleine Mahlzeiten, die in Kneipen und Gaststätten zu einem Getränk gereicht werden.

Günstigster Hotelpreis: 202 Euro im Januar

Platz 5: Siesta Beach, Siesta Key, Florida
6 von 10

Noch größerer Beliebtheit erfreut sich der Siesta Beach in Florida bei TripAdvisor-Usern. Die weißen Sandstrände verfügen über ein breites Angebot von Freizeitaktivitäten: Neben Picknick-Plätzen, Strandkiosks und Sanitäranlagen finden Sportbegeisterte Volleyballfelder und Tennisplätze, die Kleinen freuen sich über einen schattigen Spielplatz. Sonntags lädt der Siesta Drum Circle zum Chillen ein. „Dieser Strand ist ein Muss. Ich habe nirgendwo weißeren und feineren Sand gesehen. Der quarzhaltige Sand reflektiert die Sonne extrem, deswegen ist er niemals heiß, auch nicht in der prallen Sonne.“

Günstigster Hotelpreis: 202 Euro im September

Platz 4: Playa Paraiso, Cayo Largo, Kuba
7 von 10

„Toller kleiner Beach, schneeweißer Sand - ohne Sonnenbrille fast unmöglich zu schauen, da der Sand fast wie Schnee reflektiert. Kleine Strandbar, ein paar Musiker, die für Live-Musik sorgen und das passende Karibikfeeling ist perfekt.“ Wie Name und Nutzer-Kommentar schon erahnen lassen, kommt der „Playa Paraiso“ nah an ein Paradies heran. Der Ort, der früher beliebt bei Piraten war, lockt heute Sonnenanbeter aus aller Welt an.

Günstigster Hotelpreis:100 Euro im Juni


Nach Bekanntgabe der Untersuchungen der britischen Wettbewerbshüter sank der Kurs Ende vergangener Woche zwischenzeitlich auf ein historisches Tief von 7,23 Dollar je Aktie. Analysten haben seit Sommer ihre Erwartungen deutlich gedrosselt und sehen nun ein Kursziel von im Schnitt 9,2 Dollar je Aktie. Neun von zehn Analysten raten zu „Halten“ der Trivago-Aktie.

Die Düsseldorfer Hotelsuche mit rund 2000 Mitarbeitern hält an ihrem Ziel fest, im Gesamtjahr 2017 schwarze Zahlen zu schreiben und die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro zu knacken. Bis die britischen Wettbewerbshüter ihre Untersuchungen abgeschlossen haben, wird es sicher noch eine Weile dauern.

Startseite

Mehr zu: Britische Wettbewerbshüter ermitteln - Trivago droht Sammelklage

0 Kommentare zu "Britische Wettbewerbshüter ermitteln: Trivago droht Sammelklage"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%