Bürgschaften
Sicherheiten reichen nicht aus

Die Bürgschaftsbanken registrieren steigendes Interesse an ihrem Angebot. Bereits im letzten Jahr haben die Banken 1,6 Milliarden Euro abgesichert. Nun könnten die gesetzlich festgelegten Bürgschaftsgrenzen, gegenwärtig 80 Prozent der Kredite und höchstens zwei Millionen Euro, steigen.

DÜSSELDORF. Viele Banken geben sich derzeit nicht mit den bislang üblichen Sicherheiten zufrieden, wenn sie um Kredite gebeten werden. Bürgschaftsbanken helfen in diesem Fall aus, sofern sie denn darum gebeten werden

Etwa 7 000 Bürgschaften haben die 19 Bürgschaftsbanken in 16 Bundesländern im vergangenen Jahr vergeben. Das geht aus der Statistik des Bundesverbands Deutscher Bürgschaftsbanken hervor. Kredite über etwa 1,6 Mrd. Euro wurden damit abgesichert. Die Bürgschaftsbanken könnten noch mehr machen. Waltraud Wolf, die Vorsitzende des Verbands fordert, dass Bürgschaftsbanken künftig "bis zu 90 Prozent der Kredite verbürgen dürfen - statt bisher 80 Prozent." Der Verband wünscht ferner, die Bürgschaftsgrenze auf zwei Mio. Euro anzuheben. Damit könnten dann im Einzelfall Kredite über 2,2 Mio. Euro abgesichert werden.

Aus Regierungskreisen ist zu vernehmen, dass die Erhöhung der Grenzen auf die neuen Werte - zumal unter den gegebenen Bedingungen in Wirtschaft und Finanzen - realistische Chancen auf Genehmigung hat. Gleichzeitig müssen Bund und Länder, als Träger der Bürgschaftsbanken, aber auch in entsprechend stärkerem Umfang Rückbürgschaften übernehmen. Erst dadurch werden die Förderbanken tatsächlich in die Lage versetzt, mehr Kredite absichern zu können. Intern bereiten einige Bürgschaftsbanken bereits die neuen Geschäftsunterlagen vor.

Schon im vergangenen Jahr hatten die Bürgschaftsbanken in ihrer Hamburger Erklärung betont, sie böten gerade in der aktuellen Situation effiziente Instrumente an, um einer Kreditklemme entgegen zu wirken. Tatsächlich sind Zahl und Volumen der Bürgschaften im vergangenen Jahr verbandsweit leicht gesunken. Einzelne Institute wie etwa die Bürgschaftsbank Bayern haben ihre Zusagen ausweiten können. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass kleine und mittlere Unternehmen, die klassischen Kunden der Bürgschaftsbanken, Investitionsvorhaben bereits zurückstellen.

"Seit etwa sechs Wochen beobachten wir stark anziehendes Interesse", erzählt Manfred Thivessen, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank NRW. In den vergangenen Monaten hat er dreimal pro Woche irgendwo vor Unternehmern, Verbänden und Banken gesprochen, um die Möglichkeiten seines Hauses deutlich zu machen. "Jetzt müsste eigentlich jeder wissen, welche Möglichkeiten wir haben." Und was für NRW gilt, gilt prinzipiell auch für die anderen Bundesländer. Überall wollen die Bürgschaftsbanken ihrem Förderungsauftrag gerecht werden.

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