Bund, Länder, Verbände und private Anbieter wollen den Einstieg in die Informationstechnik erleichtern
Unternehmer sollen sich mit E-Business befassen

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien nützen auch kleinen und mittleren Unternehmen. Aber es gibt Hürden für den Einstieg. Deshalb bieten zahlreiche Initiativen Hilfe an.

DÜSSELDORF. Bund, Länder, Verbände und private Anbieter sind bemüht, mittelständischen Unternehmen den Weg zu weisen, wie sie Computer und das Internet optimal einsetzen können. Internetportale, regionale und überregionale Informationsveranstaltungen und Workshops sowie Schriftenreihen und andere Angebote sollen Sensibilität wecken und über Nutzen, aber auch Risiken aufklären.

Die nicht nur gut gemeinten, sondern in vielen Fällen auch sehr erfolgreichen Initiativen stoßen nun auf Kritik. „Strukturchaos“, urteilt die MR&S Market Research & Service GmbH, Frankfurt, die 17 „Mittelstandsinitiativen zu E-Business in Deutschland“ (siehe Kasten) untersucht hat. MR&S urteilt, die meisten Initiativen hätten erhebliche Mängel. Vor allem aber erhalte der Mittelstand keine ausreichende Hilfe für die Umsetzung von E-Business.

Die Unternehmen benötigten komplexere Lösungen. Dazu gehöre „eine durchgehende Beratung der KMU in allen Durchführungsphasen der E-Business-Einführung“. Beratung auch über die Auswirkungen von E-Business „auf interne Strukturen und Prozesse und die damit verbundenen Kulturtransformationen der Unternehmen“. Eine Ausrichtung auf die Sensibilisierung und Einstiegsberatung reiche nicht mehr aus.

Zudem müsse die Beratung objektiv und neutral sein, ein Anspruch, den allerdings die meisten der von MR&S betrachteten Initiativen zu erfüllen glauben.

„Chancen, aber auch die Risiken einer E-Business-Umsetzung in Abhängigkeit zur Branche, der räumlichen Ausrichtung und der angebotenen Produkte“ müssten dargestellt werden und „differenzierte Best- Practice-Lösungen, die sowohl nach Branchen, Kosten und Umsatzsteigerungen unterscheiden“. Ferner fordern die Frankfurter die Einführung eines anerkannten Software- Gütesiegels. Nur so werde der für den Mittelstand unübersichtliche Markt der E-Business-Anbieter transparent.

Als „wünschenswerten Idealfall“ sieht MR&S, „dass eine unabhängige, durch staatliche, private und Verbandsakteure getragene Initiative den Mittelstand objektiv, umfassend und individuell berät und begleitet“. Dazu sollten der Bund und die Länder ihre finanziellen Mittel und das bereits aufgebaute Know-how in einer Initiative bündeln. Gleichzeitig sollte versucht werden, insbesondere die großen mittelständischen Verbände und allgemeinen Interessenvertretungen der Wirtschaft (BDA, DIHT usw.) zu gewinnen. Aber: „Ein Übergewicht reiner Zwangsverbände wie der Handwerkskammern oder von Verbänden, die E-Business-Anbieter vertreten, sollte auf jeden Fall vermieden werden.“

Die in vielen Punkten interessante Analyse hat aber auch Schwächen. Die wichtigste ergibt sich, wie MR&S-Geschäftsführer Thomas Aragonés einräumt, aus der Methodik: Nicht die Beratungen selbst wurden untersucht, sondern nur die Informationen zu diesen Beratungen. Dadurch klaffen hinsichtlich der Aufgaben der Internetseiten die MR&S-Erwartungen und die Ziele, die sich die Initiativen gesetzt haben, weit auseinander.

Klaus Willich-Michaelis von „Hessen-Media“, einer hessischen Landesinitiative, sieht seine Internetseite „nur als Einstieg, um in einen Dialog zu gelangen“, sowie als Ergänzung zu Veranstaltungen und Workshops, mit denen man mittlerweile mehrere Tausend Firmen erreicht habe.

Bettina Tesch von „Firmen im Netz“ in Sachsen-Anhalt betont, dass ihre von der Multimediaindustrie und dem Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt getragene Initiative versuche, nicht nur im Internet präsent zu sein, sondern möglichst direkt an viele Unternehmen zu kommen.

Jörg Scheinpflug von der Mediamit GmbH, die vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und den Industrie- und Handelskammern getragen wird, sieht seine Internetaktivitäten in einer Umbruchphase. Während der Mittelstand vor fünf Jahren „noch gar nicht verstand, was die IT-Technokraten von ihm wollen“, sei mittlerweile das Grundsätzliche zum Thema IT bekannt.

Dennoch würden Mittelstand und IT-Wirtschaft noch allzu oft unterschiedliche Sprachen sprechen. Die sich daraus ergebenden Kommunikationsbarrieren wolle man abbauen. Dazu bedürfe es nicht nur der Information, sondern vor allem des Dialogs. Nicht nur mit den IT-Spezialisten im Mittelstand, sondern vor allem mit den Unternehmern selbst.

Die ausgewählten Initiativen

Beratungsinitiativen:
>b-online (Initiative von Niedersachsen):
www.b-online-niedersachsen.de
>Firmen im Netz (Initiative von Sachsen Anhalt):
www.firmen-im-netz.net
>HessenMedia (Initiative von Hessen):
www.hessen-media.de
>MIND - Mittelstand in Deutschland:
www.mind-mittelstand.de/
>Mediamit (Träger: DIHK und IHK):
www.mediamit.de
>Netzwerk elektronischer Geschäftsverkehr (Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit):
www.bmwi-netzwerk-ec.de
>RKW - Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V.:
www.rkw.de
>Rlp-inform (Initiative von Rheinland-Pfalz):
www.connect-rlp.de

Förderungsinitiativen:
>Deutscher Internetpreis:
www.internetpreis-deutschland.de
>Handwerk goes E-Business:
www.handwerker-online.de
>Internetpreis des Deutschen Handwerks:
internetpreis.zdh.de
>Prozeus (Prozesse und Standards):
www.prozeus.de

Initiativen von Interessensverbänden:
>Bitkom e.V.:
www.bitkom.org
>Deutscher Multimedia Verband:
www.dmmv.de
>Initiative D21:
www.initiatived21.de
>Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco):
www.eco.de

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