Bundeskartellamt prüft Übernahme
Mittelstand schlägt Alarm gegen Müllmonopol

Die mittelständische Wirtschaft hat vor Arbeitsplatzverlusten und höheren Müllgebühren durch die laufenden Firmenübernahmen in der Recycling-Wirtschaft gewarnt.

HB DÜSSELDORF. „Wir wenden uns an die Öffentlichkeit, um Monopol-Alarm auszulösen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE), Hans-Günter-Fischer, am Donnerstag in Düsseldorf. Der Verband wendet sich gegen den Verkauf der RWE-Umweltgruppe an den Lünener Rethmann-Konzern und befürchtet weitere „Übernahmeschlachten“.

Rethmann, bisherige Nummer 2 im deutschen Markt, würde durch die Übernahme zum mit Abstand größten Entsorger aufsteigen. Das Bundeskartellamt prüft den beabsichtigten Verkauf von 70 % der RWE-Umwelt-Tochter noch. Verschärft werde der Verdrängungswettbewerb durch personelle Verflechtungen zwischen Rethmann und dem Kölner Dienstleister Interseroh, sagte Fischer. Rethmann müsse sich aus der von ihm gesteuerten Interseroh AG zurückziehen.

Der BVSE forderte mehr Kontrolle in dem Milliardenmarkt. Ähnlich wie im Telekommunikations- und im Energiemarkt müssten auch in der Entsorgungsbranche Wettbewerb und Preisbindung effektiver kontrolliert werden. „Der klassische Mittelständler als regionaler Dienstleister ist massiv in Gefahr, von Großkonzernen an den Rand gedrängt zu werden“, warnte Fischer. Er forderte, etwa den Verkauf kommunaler Entsorgungsunternehmen künftig in Teilelementen auszuschreiben. Nur so hätten auch mittelständische Firmen eine Chance, sich an öffentlich-privaten Kooperationen zu beteiligen.

Der Verband kündigte an, gemeinsam mit den Kommunen und kommunalen Unternehmen gegen den Konzentrationsprozess auf dem Entsorgungsmarkt vorzugehen. Der bvse werde seine Position auch beim Bundeskartellamt geltend machen. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben mehr als 600 Unternehmen mit rund 50 000 Beschäftigten in der mittelständischen Recyclingwirtschaft.

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