Burmester Audiosysteme
Burmester: Das Ziel ist Perfektion

Dieter Burmester wäre statt Unternehmer fast ein Rockstar geworden, als Bandmitglied der legendären deutschen Krautrock-Gruppe Birth Control. Heute verkauft der gelernte Radio- und Fernsehtechniker handgefertigte High-End-Audiosysteme für mehr als 100 000 Euro. Das Geschäft läuft - vor allem in China.

DÜSSELDORF. Mit Birth Control war der Berliner Gitarrist jahrelang aufgetreten, um sich sein Studium der Elektrotechnik zu finanzieren. Doch Profi-Musiker wollte er nie werden. Damals war er auf der Suche nach dem perfekten Gitarrensound. Aus dieser Leidenschaft wurde inzwischen die Suche nach dem perfekten Klang einer Stereoanlage. Ein guter Klang ist etwas, das man - so Burmester - nicht nebenher konsumieren sollte. Man muss sich auf ihn einlassen, um ihn zu genießen.

Heute arbeitet nicht nur er selbst daran, sondern mit ihm seine 50 Mitarbeiter seines Unternehmens Burmester Audiosysteme, das er vor 31 Jahren gegründet hat. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker hatte auf der Suche nach dem perfekten Gitarrensound gelernt, eigene Verstärker zusammen zu bauen. Er hatte immer schon getüftelt und nachgemessen, wie sich Umbauten auf den Klang seiner Anlagen auswirken. Also gründete Burmester ein Ingenieurbüro und verkaufte selbst entwickelte, digitale Auswertungsgeräte. Seine ersten Kunden waren Medizintechnik-Unternehmen. Dass er dann doch ins High-End-Geschäft einstieg, war eigentlich so nicht geplant. "Meine Stereoanlage war kaputt gegangen, aber ich konnte keine vernünftige neue finden", sagt er. "In allen Geräten, auch in den teuren, steckten im Prinzip veraltete Komponenten oder Konzepte. Die funktionieren leidlich, es kam was aus dem Lautsprecher, aber keine Musik."

Burmester vermisste hochwertige Bauteile in den Verstärkern, und pfiffige Schaltungen, die die Komponenten so gut miteinander verbanden, dass kein Knistern, Knacksen oder elektronisches Summen den Musikgenuss trübte. Er kaufte sich Einzelteile und kombinierte sie, maß ihre Leistung mit Hilfe von ein paar Kniffen, die er beim Entwickeln der digitalen Medizinmessgeräte gelernt hatte, und kalibrierte sie neu, bis sie optimal klangen. Aus der Kombination von Top-Komponenten und intelligenter Messtechnik entstand Burmesters erster Vorverstärker. "Irgendwann wollte der erste Händler einen haben", sagt Burmester. Schon im ersten Jahr wurden seine Verstärker in der Hifi-Szene bejubelt. Zuerst in England, dann auch in Hong Kong und sogar in Indien. Heute exportiert Burmester die Anlagen in 50 Länder. Im Jahr 2000 machte Burmester rund zehn Millionen Mark Umsatz. "Seitdem ist der Umsatz stark gestiegen", sagt Burmester. Genaue Zahlen verrät er aber nicht. Das Deutschland-Geschäft ist nur noch für 20 Prozent des Umsatzes verantwortlich: "China ist unser wichtigster Markt", sagt Burmester.

Dass sich die Anlagen so gut verkaufen, grenzt an ein Wunder. Denn type="person" value="Burmester, Dieter">Burmester fertig fast nur von der Hand und verbaut beinah ausschließlich Komponenten, die in Deutschland hergestellt wurden. "Schon beim ersten Gerät war klar, dass es durch die teuren Bauelemente nicht preiswert wird", sagt Burmester. "Ich kalkulierte nicht mit spitzen Bleistift, ich wollte einfach wissen, was die besten Bauteile sind, die es gibt." An dieser Arbeitsweise hat er fest gehalten. Klein und billig ist mit Dieter Burmester nicht zu machen. Boxen kosten rund 50 000 Euro, der neue CD-Player 34 000 Euro. Nicht einmal klein und kompakt sind seine Anlagen. Die Burmester-Geräte mit den spiegelnden Chromfronten sind bleischwer. Der neue CD-Spieler wiegt satte 50 Kilo. Netzteil und Abspielgerät sind in zwei unterschiedlichen Gehäusen untergebracht, das Abspielgerät wird von einem Riemen angetrieben. Beides ist nötig, damit der Klang so klar wie nötig von den Silberscheiben ausgelesen werden kann.

Bei Klangfanatikern rund um die Welt kommen Burmester-Innovationen wie der Riemenantrieb für CD-Player hervorragend an. Bei der Industrie- und Handelskammer, von der Burmester Anfang der 90-er Zuschüsse für den riemen-getriebenen CD-Spieler-Entwicklung zu bekommen, erntete er dagegen Unverständnis. "Ich sagte, dass ein CD-Player mit Riemenantrieb zwischen 4 000 und 6 000 Mark kosten würde. Und einer der Herren da sagte, er haben gerade einen CD-Spieler für 300 Mark für seine Tochter gekauft, der ginge auch prima. Da bin ich gegangen", erinnert sich Burmester.

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