Business-Angels
Wie Gründer den passenden Berater finden

Zwischen einer Idee und ihrer Verwirklichung liegen Welten. Über Netzwerke können Firmengründer gestandene Unternehmer kennenlernen, die ihnen bei der Realisierung ihrer Geschäftsideen helfen. Warum Beratung keineswegs nur etwas für ängstliche, unselbstständige Gründernaturen ist und wie Sie den passenden Berater finden.

KÖLN. Tobias Brockmann wollte mit kleinen Kunden hoch hinaus. Seine Idee: Ein mobiles Trampolin für Kinderfeste jeder Art. Im Urlaub hat er solch ein Sportgerät kennen gelernt, aus seiner brandenburgischen Heimat kannte er es nicht. Das wollte der 27-Jährige ändern und sich gemeinsam mit seiner Freundin selbstständig machen. Nur wie? Dass die Brockmanns diese Frage stellten, ist heute sechs Jahre her. Aus der Idee ist inzwischen ein Geschäft geworden, in dem die heutigen Eheleute beide arbeiten. "Damals wussten wir nicht, wie wir vorgehen sollten", bekennt Brockmann rückblickend. Die Selbstständigkeit war zunächst nur ein Traum. Um ihn mit Leben zu füllen, holte sich Brockmann Rat: Über eine Zeitungsannonce stieß er auf ein Gründerseminar. Und über ein Netzwerk lernte er eine gestandene Unternehmerin kennen, die ihm bis heute eine treue Beraterin ist.

Beratung ist keineswegs nur etwas für ängstliche oder unselbstständige Gründernaturen - auch wenn manch selbstbewusster Jungunternehmer das zunächst anders sehen mag. "Niemand wird zum Gründer geboren", sagt Norbert Kunz vom Verband Deutscher Gründungsinitiativen. Nach Schätzung des Bundeswirtschaftsministeriums benötigt ein Gründer bis ins fünfte Geschäftsjahr Hilfe von außen. Doch für die Beratung gibt es die unterschiedlichsten Anlaufstellen, je nach Anliegen und Geldbeutel. Um als Gründer in diesem Dickicht den Überblick zu behalten, muss man vor allem wissen, wo man steht und was man sucht.

So geht es im Vorfeld einer Gründung zunächst darum, das Geschäftskonzept und den Unternehmer selbst vorzubereiten. Später geht es an die erste Umsetzung und dann um das tägliche Geschäft. Jede Phase stellt andere Anforderungen an den Chef und seine Berater. "Zunächst sind eher psychologische Kompetenzen gefragt, dann die Business Facts, später die Fähigkeit als Coach", beschreibt Kunz das Aufgabenprofil eines Beraters.

Als erste Anlaufstelle dienen zumeist die Industrie- und Handelskammern (IHK) oder Handwerkskammern (HWK). Die meisten Gründer suchen bei ihnen Rat und profitieren von der regionalen Struktur der Kammern und deren Kontakten zu örtlichen Unternehmen. Die Beratung ist kostenlos und deckt theoretisch alle Fragen des Gründers ab. Durch das breite Angebot scheint es den Antworten jedoch häufig an Tiefe zu fehlen. Experten raten, erst ein fertiges Konzept von den Kammern prüfen zu lassen. In Detailfragen erscheinen Spezialisten besser geeignet. Zudem gibt es allein bei den deutschlandweit 80 IHKs große qualitative Unterschiede bei Gründerberatern, wie Tests der Stiftung Warentest regelmäßig feststellen.

Glücklich schätzen kann sich, wer den Berater im eigenen Unternehmen hat. Das ist bei Jens Echterling der Fall, zumindest wenn er alle zwei Monate in einer Telefonkonferenz die nächsten Schritte plant. Echterling, heute 32 Jahre alt, betreibt seit 2007 das Webportal Netmoms, eine Seite für Schwangere und junge Mütter. Einer der Geburtshelfer des Portals war der Business Angel Stephan Schubert, selbst Unternehmer und einst Gründer des Börsenportals Onvista. Schubert beteiligte sich an Netmoms und hilft seither regelmäßig mit Tipps und Kontakten.

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