Champs-Elysées
Der Familienbetrieb und die Prachtmeile

Auf den Champs-Elysées leuchten auf über zwei Kilometern 415 Bäume mit mehr als einer Million Lichtern. Die Festtagsbeleuchtung ist ein Medienereignis. Hinter der Beleuchtung steckt ein kleines Familienunternehmen aus Südfrankreich.
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PARIS. Die Festtagsbeleuchtung auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées ist immer ein Medienereignis. Letztes Jahr weihte sie Oscargewinnerin Marion Cotillard ein, dieses Jahr war es Schauspielerin Charlotte Gainsbourg. Hinter der Beleuchtung aber steckt das kleine Familienunternehmen Blachère Illumination aus Apt in Südfrankreich.

„Für mich ist die Beleuchtung der Champs-Elysées der Höhepunkt meiner Karriere. Es ist unser Schaufenster“, sagt Unternehmenschef Jean-Paul Blachère (59). Er hat das kleine Beleuchtungsunternehmen 1968 im Alter von 18 Jahren von seinen Eltern übernommen und es nach eigenen Angaben zur Nummer eins in Europa gemacht. Im Jahr 2008 erzielte er mit 80 Angestellten einen Umsatz von über 50 Mio. Euro. Jedes Jahr werden 50 000 Dekorationen realisiert. Blachère, der seit 1985 nach einem Autounfall im Rollstuhl sitzt, arbeitet dafür eng mit seiner Familie zusammen. Auch seine Tochter Christine und sein Neffe arbeiten im Betrieb mit.

Seit 2007 schmückt Blachère die Champs-Elysées, im Jahr 2000 beleuchtete er den Eiffelturm. Er dekorierte auch schon Wien, London, Madrid, Mailand und New York. In Frankreich haben mehr als die Hälfte der größeren Orte zumindest eine Dekoration von ihm. In Deutschland findet sich Blachères Lichterschmuck unter anderem in den Warenhäusern von Kaufhof und Karstadt.

Das Erfolgsrezept von Blachère lautet Energiebewusstsein. Das Unternehmen setzte schon ganz früh auf energiesparende Leuchtdioden LED. „Weil ich der Vorreiter bei der dekorativen Benutzung von LED war, die weniger Energie verbrauchen, konnte ich den dekorativen Markt erobern“, sagt er. Damit ließen sich die Energiekosten um bis zu 70 Prozent senken. Sie sind zwar teurer, halten aber länger.

Das bestätigte das Festtagskomitee der Champs-Elysées: Durch dieses Umweltengagement wird der Gesamtverbrauch von früher 570 000 kW auf 50 000 kW im Jahr 2009 reduziert. Insgesamt sieben Wochen leuchten die Lichter in Paris, doch Blachère selbst arbeitet schon an Weihnachten 2010, vor allem geht es natürlich auch darum, den Prestigeauftrag Champs-Elysées erneut zu gewinnen.

Die Dekorationen werden am Computer entworfen, unter anderem anhand von Fotos der Straßen, die beleuchtet werden sollen. Der neue Katalog mit 200 Seiten kommt schon im April heraus. Im Trend liegen zur Zeit traditionelle Motive wie der Weihnachtsmann, drollige Bären, Schneemänner oder auch kleine Züge.

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