Chance für Mittelstand
Indonesiens Textilindustrie: Mit Technik in die Zukunft

Die indonesische Textil- und Bekleidungsindustrie hat einen hohen Bedarf an Modernisierung und Rationalisierung. Ein großer Teil der Maschinen und technischen Ausrüstungen der Betriebe ist veraltet. Deshalb will die Regierung den Unternehmen unter die Arme greifen.

bfai JAKARTA. Im Rahmen eines bis 2012 laufenden Förderprogramms unterstützt die Regierung neue Investitionen mit finanziellen Anreizen. Damit sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Branche erhöht und die Exporte trotz der weltweiten Krise gesteigert werden. Indonesiens Textil- und Konfektionsindustrie verfolgt trotz der negativen Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise 2008/09 auf das Exportgeschäft ehrgeizige Expansionsziele. Nach den optimistischen Vorstellungen der Indonesian Textile Association (API) sollen die Ausfuhren dieses Industriezweigs, die 2007 (2006) zusammen 9,6 (9,3) Mrd. Dollar ausmachten, bis 2015 einen Wert von 21 Mrd. Dollar erreichen und bis 2025 sogar auf 54 Mrd. Dollar steigen.

Während die Exportziele derzeit durch die weltweite Konjunkturflaute gefährdet erscheinen, machen auf dem Inlandsmarkt Importe von Billigwaren aus China und vor allem hohe illegale Einfuhren den einheimischen Textil- und Bekleidungsfirmen das Leben schwer. Nach einer Schätzung der API von Mitte 2008 handelt es sich bei 71 Prozent der am lokalen Markt angebotenen Textil- und Konfektionserzeugnisse um solche illegalen Importe. Die Marktanteile der einheimischen Industrie wurden mit 22 Prozent und die der legalen Einfuhren mit nur 7 Prozent beziffert.

In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass die weltweite Konjunkturschwäche nur von vorübergehender Natur ist und nach den Rückschlägen wieder eine starke Erholung der Auslandsnachfrage einsetzen wird. So erklärte zum Beispiel der börsennotierte Konfektionswarenhersteller PT Pan Brothers Ende 2008 seine Absicht, die Errichtung von zwei neuen Bekleidungswerken in Solo und Boyolali in Zentral-Java fortzuführen. In den Anlagen sollen 4 000 Arbeitskräfte eingesetzt werden. Das Unternehmen, das nach den 18 Mio. Dollar im Zeitraum 2007/08 bis 2012 weitere 32 Mio. Dollar in Expansionsprojekte investieren will, fertigt Markenwaren für ausländische Auftraggeber, wie Calvin Klein, Nautica und Marks&Spencer. Die Tochterfirma PT Pancaprima Ekabrothers in Tangerang produziert Jacken für verschiedene Marken, wie Nike, Adidas und Reebok.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist ein wichtiger Devisenbringer des südostasiatischen Landes. Im Jahr 2007 (2006) exportierte Indonesien Textilien im Wert von mehr als 3,8 (3,6) Mrd. Dollar und Konfektionswaren für 5,8 (5,7) Mrd. Dollar. Wegen der Lieferschwierigkeiten aufgrund der globalen Wirtschaftskrise wird das Exportziel von 11,8 Mrd. Dollar für 2009 voraussichtlich nicht erreicht werden. Mehr als ein Drittel der Branchenausfuhren gehen in die USA.

Zur Realisierung der Produktions- und Exportziele bedarf es gewaltiger Anstrengungen in der Form neuer Investitionen zur Modernisierung des Maschinenparks, um die Fertigung zu rationalisieren und die Produktivität anzuheben. Mit dem Einsatz fortgeschrittener Technologien soll auch eine erhöhte Warenqualität ermöglicht werden, zumal bei nicht wenigen Lohnveredelungsaufträgen ausländischer Besteller diesbezüglich Mindestanforderungen gestellt werden.

Kaum ein indonesischer Industriebereich weist einen so dringenden Bedarf an neuen Maschinen auf wie der Textilsektor, wo etwa 1,2 Mio. Arbeitskräfte beschäftigt sind. Nach Schätzung des Industrieministeriums sind etwa 75% der in der Textilindustrie eingesetzten Maschinen älter als 20 Jahre. Von den registrierten insgesamt 91 130 Web- und Wirkmaschinen sind 73



716 älter als 15 Jahre. Dies gilt auch für knapp 2,3 Mio. der insgesamt im Einsatz befindlichen 3,1 Mio. Spindeln. Aus dieser Altersstruktur lässt sich ein großes Absatzpotenzial für Textilmaschinen ableiten.

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