Chancen für ausländische Anbieter
Hochgeschwindigkeitszüge durchqueren bald Chinas Süden

Südchina hat 2006 mit dem Bau von zwei Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken begonnen. Spätestens Anfang 2009 soll die neue Verbindung von Guangzhou nach Zhuhai ihren Betrieb aufnehmen. Kurz darauf ist die Einweihung der Strecke von der Provinzhauptstadt nach Shenzhen geplant. Gute Lieferchancen bestehen für ausländische Waggonbauer und Hersteller von Signaltechnik. Zudem werden die neuen Intercitybahnhöfe bei ihrer Innenausstattung vielfach auf Importwaren zurückgreifen.

HONGKONG. Das südchinesische Perlflussdelta wächst immer enger zusammen. Mit Hilfe von zwei strategischen Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken soll Guangzhou (Kanton), die Hauptstadt der Provinz Guangdong, mit den Sonderverwaltungsregionen (SVR) Hongkong und Macau verbunden werden. Die Bauarbeiten für die beiden Projekte haben auf chinesischer Seite bereits begonnen. In den beiden SVR laufen die Planungen auf Hochtouren.

Im Sommer 2006 starteten die Konstruktionsarbeiten für die Verbindung von Guangzhou in die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Macau gelegene Küstenstadt Zhuhai. Die etwa 105 km lange Strecke soll zweigleisig verlaufen. Die Züge sollen im Abstand von nur wenigen Minuten mit einer Geschwindigkeit von rund 200 km/h verkehren. Die Strecke dient vornehmlich dem Personenverkehr und wird voraussichtlich Ende 2008 beziehungsweise Anfang 2009 ihren Betrieb aufnehmen. Die Tageskapazität soll zunächst bei 400 000 Personen liegen und später auf mehr als 550 000 erhöht werden.

Beim Bau des Fahrweges dürften nach Angaben von Landeskennern vornehmlich einheimische Firmen zum Zuge kommen. Wenn es aber später zur Ausstattung mit Signaltechnik und anderen Vorrichtungen kommt, bestehen gute Aussichten für ausländische und deutsche Branchenanbieter. Im Rahmen des Projekts befindet sich zudem ein Großbahnhof im Süden Guangzhous in Planung. Er soll als Knotenpunkt für sämtliche Intercityverbindungen dienen. Auch hier können internationale Firmen auf Zuschläge bei der technischen Ausstattung hoffen.

Macau bereitet sich ebenfalls auf die neuen Schienenverbindungen vor. So liegen Pläne zum Bau einer innerstädtischen "Light Rail" bei den Behörden. Ob die aus Guangzhou kommenden Intercityzüge die Gleise in der ehemaligen portugiesischen Kolonie mitbenutzen können oder ob die Passagiere in Zhuhai umsteigen müssen, steht derzeit noch nicht fest.

Mit der neuen Guangzhou-Zhuhai-Macau-Verbindung dürfte das sogenannte westliche Perlflussdelta an Bedeutung gewinnen. Derzeit findet der größte Teil der industriellen Wertschöpfung in den östlichen, nahe Hongkong gelegenen Landesteilen statt. Angesichts der dort steigenden Löhne und Grundstückspreise spielen jedoch immer mehr Unternehmen mit dem Gedanken, ihre Produktion in die weniger entwickelten westlichen Regionen zu verlagern. Die neue Hochgeschwindigkeitsbahn dürfte ihnen die Entscheidung erleichtern.

Einen weiteren Schub dürften die westlichen Gebiete durch den Bau der Hongkong-Macau-Zhuhai-Brücke bekommen. Die Verbindung ist nach dem derzeitigen Planungsstand aus Kostengründen allerdings nur für den Kraftverkehr ausgelegt. Eine mögliche Zugstrecke - vor Jahren noch in der Diskussion - hat so gut wie keine Chance mehr.

Auch die Arbeiten an der Linie Guangzhou-Shenzhen-Hongkong haben nach Angaben der Kowloon Canton Railway Corp. (KCRC) auf chinesischer Seite begonnen. Derzeit werden für die Reise von der ehemaligen britischen Kronkolonie in die Provinzhauptstadt knapp zwei Stunden benötigt. Mit Hilfe von bis zu 250 km/h schnellen Zügen soll sich die Reisezeit auf der rund 140 km langen Strecke auf eine gute Stunde verkürzen.

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