Chancen für deutsche Lieferanten und Investoren
Vietnam lockt immer mehr ausländische Investoren

Vietnam steht derzeit in der Gunst ausländischer Unternehmen hoch im Kurs. Die von den örtlichen Behörden ausgestellten Investitionslizenzen für ausländische Direktinvestoren sind 2006 stark gestiegen. Das südostasiatische Land verzeichnete den kräftigsten Kapitalzufluss seit 1997. Auch deutsche Unternehmen sollten ihre Chancen nutzen.

KÖLN. Für 2007 rechnen Marktbeobachter mit einem unvermindert starken ausländischen Engagement in Vietnam. Das beschleunigte Wirtschaftswachstum veranlasst auch viele inländische Industriebetriebe zu neuen Aktivitäten. So sind in den kommenden Jahren unter anderem umfangreiche Ausgaben in den Sektoren Chemie, Telekommunikation, Tourismus, Metallgewinnung und -verarbeitung geplant.

Wachstumsbranchen sind außerdem der Automobilbau, der Ausbau der Infrastruktur (Schienenverkehr, Hafenbau, Logistik), die Energiewirtschaft, die Bereiche Umweltschutz/Wasserwirtschaft, Medizintechnik, zahlreiche Maschinenbausparten sowie die Bauwirtschaft (Zementindustrie). Insgesamt 50 Mrd. US-Dollar sollen zum Beispiel in den Ausbau des Eisenbahnnetzes, rund 14 Mrd. US-Dollar in den Neu- oder Ausbau von über 50 Kraftwerken investiert werden.

Ein von der Regierung genehmigter Masterplan für die Entwicklung der chemischen Industrie bis 2010 sieht die Bereitstellung von insgesamt 4,5 Mrd. US-Dollar aus dem Staatshaushalt vor. Vietnam wird von der Weltbank bis 2011 mehr als 4 Mrd. US-Dollar an Zuschüssen und zinslosen Krediten erhalten. Ein Schwerpunkt der Zuwendungen soll dabei im Energiesektor (Übertragungsleitungen, Solartechnik und Stromerzeugung) sowie der Armutsbekämpfung liegen.

Die vietnamesische Wirtschaft zählt zu den am schnellsten wachsenden in Asien. In den vergangenen sechs Jahren stieg das BIP preisbereinigt durchschnittlich um jeweils 7,4% jährlich. Dieser Aufwärtstrend dürfte sich 2007 unvermindert fortsetzen, wobei eine Wachstumsrate von real bis zu 8,5% prognostiziert wird. Das Land verfolgt das Ziel, das jährliche Pro-Kopf-Einkommen bis 2010 auf mindestens 1.100 US-Dollar je Einwohner von derzeit 720 US-Dollar zu steigern. Bis 2020 möchte Vietnam zur Industrienation aufsteigen.

Mit der Berufung des Reformpolitikers Nguyen Tan Dzung zum neuen Premierminister gewann Vietnam als Standort für Investoren weiter an Attraktivität. Insbesondere Unternehmen aus den USA, Japan, Korea (Rep.) und Taiwan zeigen wachsendes Interesse an einem stärkeren Kapitalengagement in dem südostasiatischen Land. Auch innerhalb der Association of South East Asian Nations (ASEAN) gewinnt Hanoi dank der reformfreudigeren und stärker marktorientierten Wirtschaftsführung zunehmend an Bedeutung. Das Land wird künftig mit großer Sicherheit noch mehr Kapital aus den asiatischen Nachbarn anlocken. Dies dürfte in ähnlichem Maße für ausländische Direktinvestitionen aus der EU gelten.

Nach Einschätzung des Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Vietnam, Jan Nöther, dürfte das bislang gezeichnete Bild einer "verlängerten Werkbank" der Textil- und Schuhindustrie in Kürze der Vergangenheit angehören. Richtungsweisende Investitionen, wie etwa die von Intel in Ho Chi Minh City zu errichtende Chipfabrik mit einem Investitionsvolumen von 1,0 Mrd. US-Dollar, das unter französischer Konsortialführung geplante Stadtbahnprojekt in Hanoi mit einem Volumen von etwa 700 Mill. US-Dollar oder die weltweit größte Flachbettscannerfabrik von Canon in Hanoi tragen dazu bei, dass der Industriestandort Vietnam mittlerweile als ernstzunehmende Investitionsergänzung oder gar als Alternative zu den Standorten Malaysia und Thailand, in Teilbereichen gar zu Indien und China gesehen wird.

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