Chancen für Mittelständler
Kuba erweitert Wind- und Wasserkraft

Kuba erweitert die Zahl der Windparks und der kleinen bis mittleren Wasserkraftanlagen. Für die meist weltmarktführenden deutschen Hersteller für diese Produkte sind die nachgefragten Stückzahlen in einigen Fällen zu gering. Doch gerade für mittelständische Teilehersteller oder Endfertiger könnte sich die Zusammenarbeit mit kubanischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen lohnen.

bfai HAVANNA. Das für die Energiewirtschaft zuständige Ministerium für Basisindustrie (MINBAS) setzt neben der Nutzung von Biomasse und neben der Herstellung von Bioethanol ebenfalls auf den Ausbau der Wind- und Wasserkraft sowie auf die Nutzung der auf Kuba intensiven Sonneneinstrahlung zur Erzeugung von Wärme und elektrischem Strom. Zusammen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (CITMA) wird die Arbeit von 20 Forschungseinrichtungen und Durchführungsorganisationen für den Bereich alternative Energiegewinnung koordiniert.

Der erste eigenständig arbeitende Windpark wurde im Februar 2007 in Canarreos auf der Isla de la Juventud mit einer Kapazität von 1,65 MW eingeweiht, der zusammen mit komplementären Dieselgeneratoren an das Stromnetz angeschlossen wurde. Vorher existierte nur eine Versuchsanlage für Windkraft in Ciego de Avila auf der Insel Turiguanó.

Die Technologie für den Standort Canarreos lieferte die französische Vergnet, die über Versuchsanlagen auf der Insel Guadeloupe und in Neukaledonien verfügt, wo ähnliche klimatische und Windverhältnisse wie auf Kuba herrschen. So entwickelte Vergnet in Canarreos eigens kippbare Türme, um die Anlagen bei einem herannahenden Wirbelsturm umlegen und somit besser vor Beschädigungen schützen zu können. Vergnet möchte auch künftig Windparks auf der Antilleninsel projektieren und einrichten.

Ein weiterer Windpark mit sechs Generatoren mit zusammen 5,1 MW entsteht laut kubanischer Akademie der Wissenschaften (Academia de Ciencias de Cuba) im Laufe von 2007 in Gibara (Provinz Holguín). Die Arbeiten in Gibara sind zur Hälfte abgeschlossen. Die Türme sind nicht abklappbar, sondern die Rotorenblätter werden bei Windgeschwindigkeiten über 90 km/h angehalten. Anschließend werden die Generatoren quer zum Wind gedreht, um den geringsten Widerstand zu bieten. Am gleichen Standort ist für 2008 der Bau eines dritten Windparks mit einer Kapazität von 4,5 MW geplant.

Technologieanbieter von Windkraftanlagen aus Deutschland haben zwar entsprechende Anfragen aus Kuba - es werden kaum Ausschreibungen durchgeführt - bislang wegen zu geringer Stückzahlen ausweichend bis negativ beschieden. Doch ist neben der französischen Wirtschaft nunmehr auch die spanische und indische im Sektor der erneuerbaren Energien in Kuba auf dem Vormarsch. Das indische Engagement stützt sich dabei auf ein bilaterales Abkommen aus dem Jahr 1998 über die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet, das 2007 erneuert wurde.

Windanlagen zur Förderung von Grundwasser für die Viehzucht und für andere landwirtschaftliche Zwecke haben auf Kuba Tradition. Nach Angaben von MINBAS waren 2004 insgesamt 6.685 Windanlagen mit einer generierten Energie von 10.796 t Erdöläquivalente im Einsatz. Bis 2007 soll die Anzahl der Windmühlen leicht auf 6.700 gestiegen sein, mit denen Wasser für 670.000 Nutztiere gefördert wird. Weitere 270 Windmühlen finden Anwendung in der Zuckerindustrie.

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