Chancen in der Krise
Tschechien fördert Energieeffizienz

Das tschechische Konjunkturprogramm soll vor allem Beschäftigung sichern und die Unternehmen in der Krise entlasten. Es enthält keine branchenspezifische Förderung. Als Stütze der Konjunktur im Krisenjahr 2009 gilt der laufende nationale Infrastrukturbauplan. Beträchtlich ausgebaut wird durch ein neues Förderprogramm mit circa 280 Mio. Euro die Gebäudeeffizienz. Differenzierter eingesetzt und beschleunigt werden soll die Nutzung der EU-Fördermittel, die sich als wichtiger Faktor im Kampf gegen die Rezession erweisen.

Die Tschechische Republik leidet durch ihre relativ kleine und in hohem Grade exportorientierte Wirtschaft ganz besonders unter der eingebrochenen Auslandsnachfrage. In ihrem nationalen Antikrisenplan betont die Regierung daher, dass es nicht darum gehen könne, einen Ausgleich durch Stimulierung der inländischen Nachfrage zu suchen. Vielmehr setze sie darauf, den Unternehmen mehr Luft zu lassen, Arbeit zu verbilligen, Beschäftigung zu fördern, Finanzierung zu unterstützen und die Steuerbelastung zu senken. Dazu gehört, dass Sachvermögen, welches zwischen dem Anfang 2009 und Ende Juni 2010 angeschafft wurde, schneller abgeschrieben werden kann. In der 1. Kategorie (beispielsweise Computer) verkürzt sich der Zeitraum von drei auf ein Jahr, in der 2. Kategorie (etwa Autos) von fünf auf zwei Jahre (im ersten Jahr 60%, im zweiten Jahr 40%).

Hinzu kommen als Impulse unternehmensfreundliche Regelungen, die bereits zu Zeiten verabschiedet wurden, als eine Wirtschaftskrise noch gar nicht abzusehen war. Dazu gehört die weiter sinkende Körperschaftsteuer (2009: 20%, 2010: 19%). Ob solche Maßnahmen dazu beitragen werden, die aktuelle Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen aufzubrechen, bleibt abzuwarten.

In einigen Bereichen aber tun sich durch groß angelegte und zum Teil weiter gesteigerte Budgets sowie gute Rahmenbedingungen interessante Geschäftschancen auf. Besondere Bedeutung gewinnen dabei die EU-Fördermittel. Statt wie ursprünglich gedacht, Wachstum nachhaltig auszubauen, müssen sie nun im Kampf gegen die Rezession helfen. Tschechien stehen von 2007 bis 2013 insgesamt 26,7 Mrd. Euro an EU-Hilfe zur Verfügung. Diese wird vom Staat mit weiteren 4,7 Mrd. Euro kofinanziert, weshalb es nur wenige staatliche Programme außerhalb der EU-Fördermaßnahmen gibt. Die Programme sind erst 2008 angelaufen und noch gut ausgestattet.

So wächst Tschechiens Markt für Umwelttechnologien und intelligente Energielösungen auch in der Krise. Investitionsstärkste Bereiche sind dank EU-Mitteln in Höhe von rund 3,0 Mrd. Euro bis 2013 Abwasserbehandlung, Dekontamination, Emissionsschutz und Abfallmanagement. Für die nachhaltige Nutzung von Energiequellen, also Projekte, die regenerative Energien nutzen oder zur Verbesserung der Energieeffizienz beitragen, stehen noch einmal fast 1,0 Mrd. Euro zur Verfügung. Der Markt für erneuerbare Energien entwickelt sich dynamisch. Viele Unternehmen interessieren sich in der Krise für diesen Bereich, bei dem sich die Banken angesichts günstiger Einspeisepreise und einer 15 bis 20 Jahre geltenden Planungssicherheit offensichtlich noch weniger schwer tun. Es vergeht kaum eine Woche, die ohne Ankündigung eines neuen Projekts verstreicht.

Besonders groß ist das Interesse an der Photovoltaik, da die Einspeisebedingungen trotz leichter Rücknahme 2009 als weiterhin gut gelten (2009: 12.890 Kc/pro MWh). Der mögliche Einspeisepreis für in dem laufenden Jahr in Betrieb genommene Anlagen kann den Vorjahreswert nur um maximal 5% unterschreiten). Vieles wird hier aber von der weiteren Entwicklung der Tschechischen Krone abhängen, deren Abwertung den Einkauf der Technologie im Ausland verteuert und auf die Rendite schlägt. Das Tempo bei Windkraftanlagen wird gebremst durch administrative Widerstände in einzelnen Regionen. Kleine Wasserkraftwerke, Biogasanlagen und die Nutzung der Biomasse erhalten durch Förderung aus EU-Fonds zusätzliche Impulse.

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