Check-Liste für Kreditnehmer
Wie finanziell leistungsfähig sind Sie?

Kreditnehmer können und sollten selbst regelmäßig prüfen, ob ihre Kapitaldienstfähigkeit nach wie vor den Anforderungen ihrer Bank entspricht. Oftmals helfen strukturelle Verbesserungen im Ausgabeverhalten, um Kreditverlängerungen bewilligt zu bekommen.

Die Zahlen, die ihm von seinem Kundenberater präsentiert wurden, belegten es schwarz auf weiß: Hubert M., Inhaber eines Handwerksbetriebes, hat im Verlauf des vergangenen halben Jahres offenbar mehr ausgegeben als eingenommen. Die Folge: Seine Kapitaldienstfähigkeit, also die Fähigkeit, seine Zins- und Tilgungsleistungen problemlos aus seinen Einnahmen zu finanzieren, befindet sich an einem kritischen Punkt. Ohne strukturelle Verbesserungen in seinem Ausgabeverhalten, so lautete die eindeutige Botschaft des Bankmitarbeiters, sieht das Kreditinstitut keine Möglichkeit, der von M. beantragten Kreditverlängerung eines Betriebsdarlehens zuzustimmen. Im Gegenteil: sollte er hier keine Konsolidierung herbeiführen, müsste er mit einer zusätzlichen Kürzung seines Kontokorrentkredites rechnen.

M. hat die bisherigen, allerdings eher dezenten Hinweise seines Kundenberaters offenbar nicht sehr ernst genommen. Sonst wäre ihm aufgefallen, dass er bereits während des vergangenen Jahres einen Teil seiner betrieblichen Ausgaben über den Kontokorrentkredit finanzierte und diesen im Jahresverlauf von ursprünglich genehmigten 30.000 Euro auf nunmehr fast 50.000 Euro erhöhte. Da seine Bank dies trotz erwähnter Hinweise aber mitverantwortete, ging er stets davon aus, dass diese hoffentlich nur vorübergehende Liquiditätsschwäche keine Auswirkungen auf das Verhalten seines Kreditgebers haben würde. Darüber hinaus tröstete er sich mit dem Gedanken, dass die Bank an den Kontoüberziehungen ja selbst kräftig mitverdiente, so dass er an ein klärendes Gespräch mit seinem Kundenberater nicht dachte. Daher ging die Initiative zu diesem Gespräch von der Bank aus, in dessen Verlauf M. mit dem bei Bankinstituten üblichen Formular konfrontiert wurde, dass seine Ausgabe- und Einnahmeseite nicht nur während der beiden letzten Jahre festhielt, sondern auch die Bankprognose seiner Kapitaldienstfähigkeit des laufenden und des nächsten Jahres wiedergab. Die darin enthaltenen Zahlen wurden von der Bank auf der Basis der von M. und seinem Steuerberater regelmäßig eingereichten Unterlagen wie den regelmäßigen betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) und den Einkommensteuerbescheiden ermittelt. Nicht eindeutig zuzuordnende Auszahlungen wurden von der Bank als Privatentnahmen angesehen. Genau an dieser Position scheiden sich die Geister. Während M. bisher die Überzeugung vertrat, dass seine Privatentnahmen seinem tatsächlichen Lebensstil entsprechen, beurteilt seine Bank deren Höhe als eindeutig überdurchschnittlich, so dass aus Sicht des Kreditgebers hier ein wesentlicher Grund für die Verschlechterung der Kapitaldienstfähigkeit von M. liegt.

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