China
Deutsche Wirtschaft startet Kampagne gegen Produktpiraterie

Viele reden über den notwendigen und doch häufig nicht gegebenen Schutz des geistigen Eigentums im Umgang mit China. Seit Jahren ist das Thema fester Bestandteil jeder China-Petita der deutschen Wirtschaft. Darüber hinaus hat Letztere inzwischen verschiedene Eigeninitiativen gestartet.

BEIJING. Der Schutz geistigen Eigentums in China ist in aller Munde. Inzwischen hat die deutsche Wirtschaft verschiedene Initiativen in eigener Sache gestartet: Jüngstes Beispiel ist das von der Kölnmesse gemeinsam mit 24 chinesischen Gruppenausstellern am 20.8.07 in Beijing unterzeichnete "Intellectual Property Memorandum".

Über 3500 Unternehmen aus China sowie den Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macao stellen regelmäßig in Köln aus. Etwa 80 bis 90 Prozent davon werden nach Einschätzung der Messebetreiber durch Gruppenaussteller organisiert. Knapp über 40 sind in China für die Kölnmesse tätig. 24 davon haben nun das "Intellectual Property Memorandum" unterzeichnet. Es hält schwarz auf weiß fest, was die Kölnmesse auch schon bislang im Wesentlichen getan hat. Neu ist, dass nun auch die chinesischen Gruppenaussteller mit an Bord sind.

"Ziel ist es", so Herbert Marner, Vorsitzender Geschäftsführer der Kölnmesse, "allen Ausstellern faire Wettbewerbsbedingungen auf unseren Messen zu bieten". Adressiert werden die immer mal wieder vorkommenden schwarzen Schafe unter den chinesischen Teilnehmern. Laut Memorandum werden diese künftig gemäß Vereinbarung zur Verantwortung gezogen: "Die (Vertrags-)Partner werden darauf hinweisen, dass Verletzungen von gewerblichen Schutzrechten die Entfernung von Produkten vom Messestand, die Schließung des Messestandes und den Ausschluss von künftigen Veranstaltungen zur Folge haben kann." Dabei wird es eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden geben.

Soweit möglich möchte die Kölnmesse auch auf eigenen Ausstellungen in der Volksrepublik Zeichen setzen. Langsam entwickelt sich auch dort bei den Zuständigen und zumindest bei Firmen mit nachhaltigen internationalen Ambitionen das nötige Bewusstsein. So wird beispielsweise das Ministry of Commerce auf der Ende November 2007 erstmalig in Beijing stattfindenden "China International Auto Parts Expo" spezielle Büros zum Schutz von geistigem Eigentum (Intellectual Property Rights - IPR) einrichten. Erstmals dürfen Unternehmen nicht ausstellen, die mit IPR-Verletzungen in Verbindung gebracht werden.

Auch wenn die Kölnmesse mit der Unterzeichnung eines Memorandums innerhalb der europäischen Messelandschaft nach eigener Aussage Neuland betreten hat, ist sie keine Einzelkämpferin in der Branche. Der Schutz des geistigen Eigentums ist auch bei anderen deutschen Messeveranstaltern ein prominentes Thema. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) nutzte im Frühjahr 2007 die Hannover-Messe als Plattform für den Start seiner Kampagne "Choose the Original - Choose Success!". Auch diese Idee wurde von deutschen Unternehmen geboren.

49 Prozent aller Exporte des Maschinen- und Anlagenbaus gehen laut VDMA in die Volksrepublik. Ziel der Kampagne ist es daher, das Bewusstsein für Original und Fälschung zu schärfen. Nur mit Originaltechnologie, so Gudrun Seitz, Leiterin des VDMA-Büros in Beijing, seien herausragende Ergebnisse zu erzielen. So hat das Unternehmen Haver & Boecker, dessen Geschäftsführer und persönlicher Gesellschafter Reinhold Festge wesentlicher Mitinitiator der Kampagne ist, diese bereits in seine chinesischen Werbe- und Produktbroschüren integriert.

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