Coca-Cola und Innocent: Eine ungewöhnliche aber fruchtbare Allianz

Coca-Cola und Innocent
Eine ungewöhnliche aber fruchtbare Allianz

Es ist eine ungewöhnlich Kooperation: Vor zwei Jahren stieg der Getränkeriese Coca-Cola beim Saft-Produzenten Innocent ein. Dennoch konnten sich die Briten ihre ökologischen und sozialen Grundsätze bewahren.
  • 0

LondonEs wird Zeit, dass sie umziehen. Raus aus dem flachen, schäbigen Hinterhofbau im Londoner Westen, der aus allen Nähten platzt. Im Eingang türmen sich Briefberge und Pakete. Ein Stapel kippt fast um, als der Postbote ein weiteres Päckchen drauflegt. Dahinter stehen Schreibtische eng nebeneinander. Zwischen den Tastaturen bleibt kaum Platz für die Computermaus.

Überall hängen und stehen Geschenke von Kunden und Besuchern - meist phantasievolle Strickmützen, Teile einer Wohltätigkeitsaktion, die das Unternehmen für Bedürftige organisiert. Auf dem Boden liegt ein ausgetretener Rasenteppich, der teilweise auch die Wände bedeckt. Alles hier wirkt eigenwillig und eher improvisiert - wie bei einem Start-up.

Doch hier sitzt Innocent, der britische Marktführer für moderne Fruchtsäfte, für Smoothies. 1999 haben drei College-Freunde das Unternehmen gegründet und führen es bis heute. Es ist nicht bei Smoothies geblieben, Innocent stellt auch Fertiggerichte her, expandierte nach Frankreich und Deutschland, Skandinavien und in die Benelux-Länder. Jetzt steht der nächste Wachstumsschritt an: Das Unternehmen hat in seiner Heimat gerade klassische Obstsäfte vorgestellt und tritt damit gegen den Weltmarktführer Tropicana an.

Die Folgen der Wirtschaftskrise hat Innocent inzwischen abgeschüttelt. Die Umsätze steigen wieder: auf 130 Millionen Pfund - über 150 Millionen Euro - im vergangenen Jahr, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zu 2009. Und auch eine große Bewährungsprobe ganz anderer Art hat das Unternehmen erfolgreich gemeistert.

Vor zwei Jahren ist der Getränkeriese Coca-Cola bei Innocent eingestiegen. Ausgerechnet der weltweit größte Hersteller koffeinhaltiger Brause, ein Feindbild für viele Gesundheits- und Umweltaktivisten, hält 58 Prozent an der britischen Firma, die seit ihrer Gründung nicht nur mit gutem Geschmack, sondern auch mit guten Taten überzeugen will. Innocent verarbeitet Obst weitgehend von Ökolandwirten, transportiert die Früchte stets per Schiff oder per Bahn, nicht mit dem Flugzeug - um die CO2-Belastung niedrig zu halten. Verpackungen bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material, zehn Prozent des Gewinns gehen jährlich an wohltätige Organisationen.

Kommentare zu " Coca-Cola und Innocent: Eine ungewöhnliche aber fruchtbare Allianz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%