Commerzbank-Studie
Mittelstand blickt skeptisch in die Zukunft

Deutsche Mittelständler meiden aufgrund der Euro-Schuldenkrise langfristige Projekte. 88 Prozent planen ihren Kapitalbedarf nur für das laufende Jahr, ergab eine Commerzbank-Studie. Experten warnen vor Investitionsstau.
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FrankfurtDie Euro-Schuldenkrise bremst Deutschlands Mittelständler. In einer am Montag veröffentlichten Commerzbank- Studie berichteten drei von vier Unternehmen (72 Prozent) von insgesamt verringerter Planungssicherheit.

Mehr als jeder zweite der 4000 befragten Mittelständler (56 Prozent) fährt derzeit eher auf Sicht, statt langfristige Projekte anzuschieben. Neun von zehn Unternehmen (88 Prozent) planen ihren Kapitalbedarf nur für das laufende Jahr - wobei das Management überwiegend auf Eigenmittel baut und das Schuldenmachen scheut.

Die Commerzbank befand bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt: „Die Planungsunsicherheit wird zur Investitionsbremse.“ Mittelstandsvorstand Markus Beumer warnte: „Eine zu kritische Haltung zu Schulden kann einen Investitionsstau in Deutschland nach sich ziehen.“

Als typische Schuldenfalle bewerten 61 Prozent der Mittelständler schlechte Beratung durch Banken und Sparkassen. Die weitaus meisten Unternehmen erwarten, dass infolge der schärferen Bankenregeln („Basel III“) Kredithürden höher und Konditionen schlechter werden.

Die Commerzbank sieht in Deutschland aber nach wie vor keinen Grund zur Sorge vor einem Mangel an Krediten auf breiter Front. Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus könne problemlos weitere acht bis zehn Milliarden Euro Kreditvolumen für ihre Firmenkunden zur Verfügung stellen, erklärte Beumer: „Von einer Kreditklemme sind wir weit, weit entfernt.“

Für die Commerzbank-Erhebung befragte TNS-Infratest im Januar Geschäftsführer und Inhaber von 4000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland nach den Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise und ihrer Haltung zu Schulden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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