Corporate Venture Capital
Wie Gründer ans große Geld kommen

Während Banken mit Krediten knausern und klassisches Risikokapital versiegt, investieren die Venture-Capital-Gesellschaften großer Konzerne weiterhin in Startups mit vielversprechenden Geschäftsmodellen. Wie Gründer an das Geld von BASF, Telekom und Co. kommen.

KÖLN. Die Gründer des Heidelberger Forschungs-Dienstleisters HTE hatten große Pläne: Aus dem Startup-Unternehmen, das für seine Kunden neue chemische Verfahren entwickelt, sollte ein Marktführer werden. Wenige Jahre nach der Gründung lief das Geschäft auch gut, doch den Unternehmern fehlte Kapital, um schnell wachsen zu können. Dieses Problem lösten im Jahr 2003 drei Wagniskapitalgeber, die einen siebenstelligen Betrag in das junge Unternehmen investierten.

Corporate Venture Capital (CVC) ist angesichts der Finanzkrise für Gründer und Startup-Unternehmen eine interessante Finanzierungsform. Denn das Risikokapital, das Konzerne in aufstrebende Unternehmen investieren, fließt weiterhin. Gleichzeitig versiegen andere Finanzierungsquellen wie Bankenkredite und klassisches Risikokapital aus Venture-Capital-Fonds. Der Grund für die Investitionsfreude der CVC-Gesellschaften: Sie wollen nicht nur Geld verdienen, sondern auch Einblick in neue Technologien bekommen. "Es geht den Investoren darum herauszufinden, wie sich der Markt entwickelt", sagt Werner Weiß, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Tec7, der Unternehmer bei der Finanzierung berät.

Einer der Kapitalgeber von HTE war BASF Venture Capital, die Venture-Capital-Gesellschaft des Chemiekonzerns BASF. "Wir investieren in Startups, die mit Innovationen und Managementqualitäten überzeugen können", sagt Dirk Nachtigal, Geschäftsführer von BASF Venture. Bei HTE ging der Plan auf: Investoren und Gründer steigerten den Umsatz von HTE innerhalb von fünf Jahren um mehr als 500 Prozent. Im vergangenen Jahr betrug er 17 Millionen Euro.

Statt HTE nach diesem rasanten Wachstum zu verkaufen, übernahm BASF das Unternehmen im vergangenen Jahr komplett. Der Firmensitz in Heidelberg blieb aber erhalten. Und auch die Gründer arbeiten weiterhin in leitenden Positionen bei HTE.

Gründer und Jungunternehmer, die an CVC interessiert sind, sollten sich mit einem Business-Angel zusammentun, raten Experten. Der Berater kann einschätzen, welche CVC-Gesellschaft an einem Investment in das junge Unternehmen interessiert sein könnte. Und er weiß, in welchen Branchen Venture-Capital-Gesellschaften nur in Unternehmen investieren, die schon erste Erfolge am Markt vorweisen können.

Die meisten Investitionen von CVC-Gesellschaften entstehen aus solchen Kontakten. So auch bei BASF Venture Capital und HTE: "Die guten Deals kommen alle aus unserem Netzwerk", sagt Nachtigal. Bewerben sich Unternehmer ungefragt um Kapital, führt das nur selten zum Erfolg. "Wir schauen uns zwar alles an, aber Blindbewerbungen sind meist ein Signal dafür, dass die Gründer noch sehr unerfahren sind", sagt der Chef von BASF Venture Capital.

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