Creditreform: Schwache Konjunktur
Zahl der Firmenpleiten in Europa steigt

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weiter - das war auch 2003 so. Der Verband der Vereine Creditreform führt dies auf die anhaltend schwache Konjunktur zurück. Allerdings sei der Anstieg nicht mehr so gravierend ausgefallen wie im Jahr davor, hieß es am Dienstag in Düsseldorf.

HB DÜSSELDORF. Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Insolvenzen in Europa um 3,9 % auf 157 138 Unternehmen erhöht, teilte mit. Im Jahr zuvor hatte es noch 10,7 % mehr Unternehmensinsolvenzen gegeben. In Deutschland erhöhte sich die Zahl der Firmenpleiten um 5,5 % auf 39 700. Ein Jahr zuvor hatten es noch 16,1 % mehr Pleiten gegeben. Die Zahl der Insolvenzanmeldungen von Privatpersonen stieg in Deutschland um 28,7 % auf 60 100. Damit bestätigte Creditreform im Dezember veröffentlichte vorläufige Zahlen zu Deutschland.

„Die Konjunktursignale in Westeuropa stehen auf Grün, aber weder in Deutschland noch in Gesamteuropa lassen sich diese positiven Tendenzen auf die Entwicklung der Insolvenzen fortschreiben“, stellte der Hauptgeschäftsführer von Creditreform, Helmut Rödl, fest. Für 2004 erwartet die Wirtschaftsauskunftei in Europa eine weitere Zunahme der Unternehmensinsolvenzen um fünf Prozent und der Gesamtinsolvenzen um zwölf Prozent. In Deutschland rechnet Creditreform mit einer Zunahme auf 40 000 bis 42 000 Unternehmenspleiten und auf 68 000 bis 70 000 private Insolvenzen.

Zum ersten Mal untersuchte Creditreform für das vergangene Jahr auch die Entwicklung der Insolvenzen in den Beitrittsländern der Europäischen Union. In den sieben untersuchten Ländern Polen, Tschechien, Litauen, Ungarn, Slowakei, Lettland und Slowenien nahm die Zahl der Firmenpleiten demnach um drei Prozent auf 21 478 Fälle zu. Allerdings dürfte die Dunkelziffer laut Creditreform deutlich höher sein, da in den meisten osteuropäischen Ländern noch kein funktionierendes Insolvenzrecht existiere.

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