Creditreform-Umfrage
Mittelstand macht bessere Geschäfte

Die Geschäftslage und die weiteren Aussichten haben sich für den deutschen Mittelstand einer Umfrage zufolge deutlich verbessert. Selbst der zuletzt krisengeschüttelte Einzelhandel und die Baubranche registrierten eine Erholung.

HB BERLIN. Das ergab eine im März von der Creditreform Wirtschaftsforschung durchgeführte Befragung von 4148 Firmen bis 500 Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Jahresumsatz. „Lage ok, Stimmung gut, Finanzierung mau", fasste Creditreform-Vorstandsmitglied Helmut Rödl das Ergebnis zusammen.

35,1 Prozent der befragten Unternehmen beurteilt die derzeitige Geschäftslage mit sehr gut und gut, das sind 13,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Nur 9,2 Prozent vergeben die Noten mangelhaft und ungenügend - vor einem Jahr waren es noch 20,2 Prozent. 22,6 Prozent (2005: 14,9 Prozent) berichten von gestiegenen Umsätzen, 29,8 Prozent (2005: 45,9 Prozent) von Umsatzeinbußen.

Die verbesserten Umsatzergebnisse hatten auch Einfluss auf den Personalstand im Mittelstand. Konnten im Frühjahr 2005 nur 11,7 Prozent die Zahl ihrer Mitarbeiter erhöhen, sind es aktuell 15,5 Prozent. 20,1 Prozent der Betriebe hat seinen Mitarbeiterstamm verkleinert, im letzten Jahr waren es noch 28,7 Prozent.

Noch positiver als die aktuelle Lage sehen die Mittelständler ihre Zukunftsperspektiven. 31,3 Prozent erwarten im nächsten halben Jahr Umsatzsteigerungen - im Frühjahr 2005 waren es nur 21,3 Prozent. Besonders der Handel erwartet steigende Umsätze: 33,5 Prozent erwarten hier Steigerungen, im Jahr zuvor waren es nur 20,3 Prozent. 17,8 Prozent wollen daher auch mehr Personal einstellen, nur 9,8 Prozent planen Entlassungen. 2005 lagen die entsprechenden Anteile bei 10,9 und 21,9 Prozent.

Nur leicht verbessert hat sich der Umfrage zufolge die Eigenkapitalausstattung der mittelständischen Unternehmen. Waren im vergangenen Jahr noch 22,1 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme mit mehr als 30 Prozent und damit ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet, sind es derzeit 23,1 Prozent. 34 Prozent (2005: 37 Prozent) hingegen verfügen über weniger als zehn Prozent Eigenkapital und sind damit unterfinanziert.

37 900 Unternehmen mussten laut Creditreform 2005 einen Insolvenzantrag bei Gericht stellen, das waren 3,5 Prozent weniger als 2004. Die Schäden betrugen zusammen 37,5 Milliarden Euro. Insgesamt erreichten die Insolvenzen aber mit 136.300 Fällen einen neuen Höchststand, 15,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Grund ist die steigende Zahl von Insolvenzen von Privatpersonen: 66 400 Verbraucher- (plus 35,2 Prozent) und 32 000 sonstige Insolvenzen (überschuldete Nachlässe, Stiftungen, Vereine, ehemals selbstständige Personen) wurden registriert. Laut Creditreform geht die Zahl der Verbraucherinsolvenzen „weiter eindeutig nach oben“.

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