CRM-Systeme
Wenn der Computer keine Software braucht

Ein Verbotsschild auf der Homepage von Salesforce weist deutlich auf die Unternehmensphilosophie hin: Das Wort „Software“ ist mit einem dicken Balken durchgestrichen. Denn alle Dienstleistungen, die Salesforce anbietet, laufen über das Internet. Vor allem Mittelständler interessieren sich für die Anwendungen.

KÖLN. Das 1999 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco verwaltet die Unternehmensdaten von 35 300 Kunden und ist damit nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei CRM-On-Demand-Lösungen. Dabei handelt es sich um Systeme, die über das Internet gestartet werden können, ohne dass eine Software installiert werden muss. „Alles, was sie brauchen, ist ein Internet-Browser“, sagt Joachim Schreiner, bei Salesforce für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantwortlich. In Deutschland arbeitet eine vierstellige Zahl von Firmen mit dem Angebot von Salesforce.

Das Unternehmen wirbt damit, dass CRM-Systeme, die ohne Software auskommen, sowohl einfacher zu bedienen als auch schneller zu installieren sind. „Wir haben uns gefragt, warum Programme für die Verwaltung von Kunden- und Geschäftsdaten nicht genau so einfach sein können wie Amazon oder Ebay“, erläutert Schreiner. Bei einem herkömmlichen Programm könne die Einführung von der Installation der Software bis zur Einweisung der Mitarbeiter zwei bis drei Jahre dauern. „Bis dahin haben sich manche Projekte bereits überlebt. Wir bieten die Chance, schneller am Markt zu sein“, wirbt Schreiner. Das günstigste Angebot für ein Kleinunternehmen mit fünf Mitarbeitern kostet 1 200 Euro im Jahr.

Es sind besonders Mittelständler, die sich für internetbasierte CRM-Systeme interessieren. „Der Mittelstand ist sehr agil, was diese Applikationen angeht“, sagt Andreas Schulz vom Anbieter Adito Software aus Geisenhausen. Etwa 125 Unternehmen nutzen das System „Adito Online“, um Vertrieb, Marketing und Service in einem einzigen Programm zu verwalten. „Adito Online“ bietet zahlreiche Funktionen von gemeinsamen Kalendern über die Sammlung von Kundeninformationen bis zu Instrumenten für Marketing-Management. Das Vorgängermodell „Adito Performance“ nutzen etwa 700 Kunden.

Schulz hat eine klare Meinung, warum es noch nicht mehr sind: „Im deutschsprachigen Raum ist man eher vorsichtig, was das Dezentralisieren von Daten auf externen Servern angeht.“ Denn genau das passiert bei den On-Demand-Angeboten – deshalb ist ein weitreichendes Vertrauen zum Anbieter nötig.

So spricht Schulz zwar von einer „zweiten Welle von CRM-Investitionen“, in der Mittelständler derzeit von Einsteigerversionen auf professionelle Modelle umsteigen, die mehr Möglichkeiten bieten. „Einen Hype erwarten wir aber nicht, vor allem wegen Datenschutzbedenken.“

Ähnlich sieht das André Krajewski, Vertriebsleiter von Optadata. „Mittelständler haben oft Sorge, wenn sie ihre Stammdaten an Dritte weitergeben“, sagt er. „Das ist ein speziell deutsches Problem.“ Zehn bis fünfzehn Kunden nutzen bisher das On-Demand-System von Optadata. „Es könnten gerne deutlich mehr sein“, sagt Krajewski.

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