Das Handwerk wird sich mit dem Thema „Laufbahnkonzepte“ auseinander setzen müssen
Ältere müssen kein „Auslaufmodell“ sein

Die harte körperliche Arbeit und der Stress sorgen dafür, dass die wenigsten älteren Beschäftigten bis zur Rente im Handwerk bleiben. Doch mit einigen betriebsinternen Veränderungen könnten sie „in Ehren“ altern.

HB DÜSSELDORF. Was haben ein altes Auto und ein betagter Mitarbeiter gemeinsam? Mit dem einen kann der andere gemütlich in den Vorruhestand geschickt werden, dürften böswillige Chefs darauf antworten. Stefanie Weimer vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) sieht in dieser Konstellation hingegen eine gewaltige Chance für das Kfz-Handwerk. Denn mit der Demontage von Altfahrzeugen könnten die Werkstätten einen interessanten Geschäftszweig erschließen und damit gleichzeitig ihre erfahrenen Mitarbeiter im Handwerk halten.

Ihre Idee: Mehrere Kfz-Werkstätten schließen sich zusammen und gründen gemeinsam einen neuen Betrieb, der ausschließlich rücklaufende Fahrzeuge „ausschlachtet“. Da die älteren Mitarbeiter mit den meisten Modellen vertraut sind, wissen sie, worauf bei der Demontage zu achten ist. Die ausgebauten Teile könnten „direkt oder nach entsprechender Aufbereitung für eine „kostengünstigere, zeitwertgerechte Reparatur innerhalb der Kfz-Betriebe verfügbar gemacht werden“, regte Weimer auf einer Tagung der Handwerkskammer Hamburg zum Thema „Demographischer Wandel" an.

In der Altbausanierung und im Facility-Management sieht Angelika Lippe-Heinrich von der Zukunftswerkstatt der Handwerkskammer Hamburg ein interessantes Betätigungsfeld. Neben ihrer langjährigen Berufserfahrung könnten ältere Mitarbeiter vor allem ihre Menschenkenntnisse und ein größeres Einfühlungsvermögen für die Wünsche von Kunden und Geschäftspartner in die Waagschale werfen. An der Schnittstelle von Handwerk und Dienstleistung könnten sie in der Auftragsakquise, als Baustellenleiter oder Teamleiter eingesetzt werden. „Aber“, warnt Lippe-Heinrich, „für die berufsfeldbezogene Anbindung neuer Arbeitsfelder ist eine Qualifizierung erforderlich.“

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