Datenbankprogramme
Ende des Durcheinanders

Unternehmen zentralisieren ihre Daten: Der Mittelstand ist für die Anbieter von Datenbankprogrammen besonders interessant, weil die hauseigenen Informationstechnik-Abteilungen oft zu klein sind, um veraltete Programme zu erneuern. Durch ein einheitliches System können alle Mitarbeiter die gleiche Quelle nutzen – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

BONN. Die Arbeit in der Vertriebsabteilung des schwedisch-dänischen Speiseöl-Herstellers Aarhus Karlshamn (AAK) war früher wesentlich komplizierter als heute: Bis vor wenigen Monaten mussten die Vertriebsmitarbeiter noch bis zu sieben verschiedene Datenbanken abfragen, um mehr über einen Kunden zu erfahren, der dem Unternehmen beispielsweise Palmöl für die Schokoladenherstellung abkaufen wollte. Denn an den sieben Herstellungsorten von AAK speicherten die Mitarbeiter nach eigenem Ermessen, was sie für wissenswert hielten. So waren vor der Umstellung auf ein einheitliches System die sieben Stammdatensammlungen alles andere als kompatibel.

Wie die Zahlungsmoral eines Kunden bei zurückliegenden Geschäften war, welches seiner Werke die Ware annimmt und wer dort der richtige Ansprechpartner ist – solche Details schnell nachschauen zu können, kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein. Das spricht sich zur Zeit zunehmend bei mittelständischen Unternehmen herum. Softwareanbieter stellen sich auf die steigende Nachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen ein: Sie bieten Lösungen an, die wie im Fall von AAK mehrere unabhängige Datenbanken zu einer vereinigen und so das Wissen eines Unternehmens über seine Kunden und Lieferanten allen Verantwortlichen zur Verfügung stellen – nach einem einheitlichen Muster.

„Auch im Mittelstand gibt es Unternehmenszukäufe. Die IT-Abteilungen können die neuen Daten allerdings nicht innerhalb von sechs Monaten ins eigene System einbinden, wie das bei großen Unternehmen der Fall wäre“, sagt Markus Ehrle, Abteilungsleiter beim Softwarekonzern SAP, der unter anderem für die Datenmanagement-Plattform Net Weaver verantwortlich ist. Bei solchen Vorhaben kommen dann nicht selten externe Dienstleister zum Zug.

An erster Stelle stehen Sicherheit und Aktualität, wenn es um die Verwaltung von Kundendaten geht. Dass die eigenen Programme ein sicherer Hort für Stammdaten sind, ist die zentrale Aussage jeder Software-Firmen, wenn man sie nach ihren Lösungen fragt: „Der Mittelstand verlangt nach CRM-Software, die eine zentrale und sichere Ablage aller Daten ermöglicht“, sagt Peter Dewald, Geschäftsführer von Sage Software in Frankfurt am Main. „Selbstverständlich sorgen umfassende Sicherheitskonzepte dafür, dass zum Beispiel Vertriebsmitarbeiter nur die Daten ihres Vertriebsgebietes sehen dürfen und Kollegen aus dem Kundendienst keinen Zugriff auf die geplanten Umsatzdaten des Vertriebs erhalten.“

Sind erst einmal alle bisher gesammelten Kundenadressen und Bemerkungen zu vorhergegangenen Geschäften zentral gespeichert, können Mittelständler ihr konsolidiertes Kundendatenmanagement erweitern und zusätzlichen Nutzen daraus ziehen. „Weitere Services sind heute sehr gefragt“, sagt Markus Ehrle von SAP. Zum Beispiel könne ein Baustoffhändler auch Handwerker aus der Umgebung seiner Niederlassungen in sein Informationssystem einpflegen. Dann können Verkäufer gleich einen Maler vermitteln, wenn Kunden sich über Farben beraten lassen. „Solche Angebote initiieren vor allem Mittelständler, um sich von der Konkurrenz der großen Ketten abzusetzen“, sagt Ehrle.

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