DB-Manager Michael Almenäs
„Gute Möglichkeiten für Eisenbahndienste“

Als Regio-Manager baut Michael Almenäs das Geschäft der Deutschen Bahn in Schweden aus. Er pendelt dafür regelmäßig in seine schwedische Heimat - noch mit dem Flugzeug. Im Interview spricht er über die Chancen auf dem schwedischen Bahn-Markt.
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Was hat die Deutsche Bahn in Schweden bislang im Personenverkehr erreicht?

Michael Almenäs: Im Herbst 2009 kam für uns der Durchbruch. Mit dem Zuschlag für den Pendelverkehr zwischen Linköping, Norrköping und Jönköping hatten wir endlich eine Ausschreibung gewonnen. Das war für uns ein großer Erfolg, auch weil damit die Deutsche Bahn erstmals überhaupt im Ausland eine Ausschreibung im Personenverkehr gewonnen hatte. Im April 2010 kam dann noch der Zuschlag für einen Personenverkehr in Nordschweden hinzu, den wir in einem von uns angeführten Gemeinschaftsunternehmen mit SJ betreiben. Jetzt wollen wir unsere Geschäftsbasis ausbauen und in den nächsten Jahren zu den zwei bis drei größten Anbietern in Schweden zählen.

Welche Chancen bieten der schwedische Markt und die Privatisierung der schwedischen Bahndienste?

Almenäs: In Schweden ist der Markt für Eisenbahndienste komplett liberalisiert. Daher bestehen gute Möglichkeiten, Eisenbahnverkehrsdienste zu lancieren, im Regional- und im Fernverkehr. Zudem bietet Schweden mit der Begrenzung auf drei Zentren (Stockholm, Göteborg und Malmö) ideale Voraussetzungen für ein besseres Hochgeschwindigkeitsnetz. Wenn die Fehmarnbeltbrücke und die neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken in 10 bis 15 Jahren in Betrieb sind, können unsere ICE-Züge Malmö, Göteborg und Stockholm von Deutschland aus in wenigen Stunden erreichen.

Was sind die größten Herausforderungen?

Aus Erfahrung wissen wir, dass es in Schweden nicht einfach ist, Ausschreibungen zu gewinnen. Aber per Akquisition in den Markt einzusteigen, bot sich aufgrund fehlender Kaufkandidaten nicht an. Daher setzen wir auf weitere Ausschreibungserfolge und schaffen mit dem Aufbau einer Organisation vor Ort die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Marktbearbeitung. Etwas Sorge bereitet uns das neue ÖPNV-Gesetz, das selbst auf den zugeteilten Strecken Wettbewerb zulässt. Damit erhöht sich das Risiko; die Investitionsplanung wird erschwert. Erfreulich sind für uns vor allem das positive Feedback der Kunden und der regionalen Auftraggeber.

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