Deloitte, E&Y, PwC
Wirtschaftsprüfer verbünden sich gegen Brüssel

Damit Brüssel nicht den Wettbewerb innerhalb der Branche beschneidet, gehen mittelständische Wirtschaftsprüfer nach langem Ringen gemeinsam gegen entsprechende EU-Regeln vor. Dabei drängen sie vor allem auf Transparenz.

FrankfurtEin Jahr haben die mittelständischen Wirtschaftsprüfer um eine gemeinsame Stimme gerungen. Jetzt schalten sie sich offiziell in die Debatte um die geplanten neuen Regeln der Europäischen Kommission für ihren Berufsstand ein. "Die Diskussion geht jetzt erst richtig los", sagt Jens Poll von der Prüfungsgesellschaft Moore Stephens.

Gemeinsam mit Grant Thornton, Baker Tilly, Crowe Horwath, PKF, Nexia und Mazars will Moore Stephens vor allem verhindern, dass im Regulierungseifer Brüssels der Wettbewerb in der Branche untergeht. Die EU-Kommission will mit den neuen Regeln die hohe Marktkonzentration in der Branche aufbrechen.

Weltweit wird das Geschäft mit den Abschlussprüfungen der Unternehmen von Deloitte, Ernst&Young, KPMG und PwC dominiert. Diese sogenannten Big Four konzentrieren 90 Prozent des gesamten Marktes auf sich. In Deutschland sind es sogar nur drei Marktführer, die die interessanten Topmandate in den Dax-Konzernen unter sich aufteilen. Deloitte mischt hier zurzeit nicht mit.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte vor knapp einem Jahr sein Grünbuch mit Vorschlägen zur Regulierung des Wirtschaftsprüfermarkts vorgelegt. Seitdem ist die Branche in Aufregung.

Die Mittelstandsinitiative mit PKF und Co. hat nun einen Forderungskatalog vorgelegt, der in weiten Teilen den Vorstellungen der EU-Kommissare entgegensteht und nicht nach dem Geschmack der Marktführer sein dürfte.

Die mittelständischen Prüfer wollen, dass Mandate künftig alle acht Jahre neu ausgeschrieben werden. Wichtig ist ihnen vor allem Transparenz bei den Auswahlkriterien. Den Vorschlag von Barnier, eine Rotation zu erzwingen, lehnen sie ab. Das könnte die Marktkonzentration noch weiter erhöhen, weil die Mandate nur unter den großen vier getauscht werden, befürchten die Mittelständler.

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Ein Trend bereitet den Mittelständlern besondere Bauchschmerzen

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