Demographie: Existenzgründer werden weniger
Weniger Bürokratie für Gründer

Deutsche Existenzgründer brauchen viel Zeit und gute Nerven. Erst nach durchschnittlich 1,5 Monaten und nachdem neun verschiedene Stellen ihren Segen gegeben haben, können Existenzgründer hierzulande ihren Betrieb eröffnen. Das geht aus einer Weltbank- Studie hervor. In Dänemark dauere es nur vier Tage und es müssten vier Anlaufstellen zustimmen, in den Niederlanden seien es elf Tage und sieben Behörden.

HB DÜSSELDORF. Mit Blick auf die große Bedeutung, die Existenzgründer für das Wirtschaftswachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze haben, fordert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln den „Abbau von bürokratischen Hemmnissen für Gründer und kleine Unternehmen“. Aus gutem Grund: Denn im Zuge der demographischen Entwicklung werde die Zahl der Existenzgründer in den nächsten Jahren um über eine halbe Million sinken – von derzeit 3,6 Mill. auf 2,9 Mill. im Jahr 2050. „Unterstellt man auch für die Zukunft, dass jeder Gründer durchschnittlich 2,4 Arbeitsplätze schafft, ergibt sich ein Defizit von mindestens 1,8 Mill. Arbeitsplätzen“, rechnet der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) vor.

Damit die Bundesregierung ihr Anfang 2003 formuliertes Ziel erreichen kann, die Selbstständigenquote um absolut 1,5 Mill. Betriebe auf den europäischen Durchschnitt von 14 Prozent zu steigern, müsste sie laut IW vor allem das Engagement der mittleren Jahrgänge stärken. Denn über 60 Prozent der Jungunternehmer sind nicht einmal 40 Jahre alt, beruft sich das IW auf den Gründungsmonitor der KfW Mittelstandsbank; nur knapp ein Fünftel sei älter als 50. Demnach sinkt in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen die Zahl der Existenzgründungen von aktuell 152 100 auf 91 500 im Jahr 2050. Bei den 20- bis 29-Jährigen geht die Zahl der Jungunternehmer um 30 Prozent zurück.

Ein anderes brisantes Thema, das von der demografischen Entwicklung berührt wird, ist die Nachfolgeregelung. In den nächsten zehn Jahre wären bis zu 70 000 Unternehmen in ihrer Existenz bedroht, schreibt der iwd, weil ein geeigneter Nachfolger fehle. Hier empfiehlt das IW Projekte wie „Kontinuum“ für Konzeption und Realisierung von Gesprächen zur Unternehmensübergabe (www.kontinuum-online. de). Darin finden sich Spezialisten von Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, von Banken und Unternehmensberatungen zusammen.

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