Demographie
Zu viel Wissen geht in Rente

Die Belegschaften in Deutschland werden immer älter. Wenn Unternehmen nichts tun, geht viel Wissen verloren, wenn erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Berater bieten Transfermodelle an, damit junge Mitarbeiter von ihren Kollegen profitieren können.

DÜSSELDORF. Der demographische Wandel lässt die Belegschaften in Deutschland immer älter werden. Dies bringt zwei große Herausforderungen für die Unternehmen mit sich: Erstens müssen ihre Arbeitnehmer auch im Alter gut qualifiziert sein, um Top-Leistungen zu bringen. Und zweitens müssen die Älteren ihr Wissen an ihre jüngeren Kollegen weitergeben haben, bevor sie in den Ruhestand verschwinden.

Doch bei beiden Punkten hapert es in Deutschland gewaltig. „Die Weiterentwicklung der Fähigkeiten älterer Mitarbeiter findet in Unternehmen kaum statt“, sagt Sigmund Dawidowicz vom Beratungsunternehmen Capgemini Consulting.

Dawidowicz hat für die Untersuchung „Demographische Trends 2007“ rund 50 deutsche Unternehmen quer durch alle Branchen befragt. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten liegt in diesen Unternehmen bei 41 Jahren. Wer älter als 50 ist zählt bereits zu den „älteren Mitarbeitern.“ Durch den demographischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt wird sich deren Anteil in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Doch nur wenige Betriebe haben sich auf diese Entwicklung bereits eingestellt. „Das Bewusstsein für das Thema ist zwar da, aber dies mündet noch längst nicht überall in konkrete Handlungen“, so Dawidowicz.

Über drei Viertel der befragten Firmen erhöhen laut der Studie mit steigenden Lebensalter ihrer Beschäftigten nicht das Fortbildungsangebot. Die Begründungen : „Ältere Mitarbeiter hätten bereits viel Weiterbildung genossen“ oder „es besteht kein Interesse der Mitarbeiter“, heißt es. Eine andere Antwort lautet lapidar: „Die Investition lohnt sich nicht mehr.“

Bei Sick, einem Sensoren-Hersteller in Waldkirch, schmunzelt man über solche Antworten. Bei dem schwäbischen Mittelständler sind 18 Prozent der Belegschaft über 50 Jahre alt – zehn Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. 45 Prozent der über 50-Jährigen im Unternehmen haben eine Fortbildung absolviert.

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