Der Mittelstand aus Sicht der Forschung
Die Einheit von Führung und Risiko

Wenn es um den Mittelstand geht, dann sind deutsche Politiker aller Parteien stets des Lobes voll. Doch wofür der Begriff "mittelständische Wirtschaft" in Deutschland letztendlich steht, ist gar nicht genau festgelegt.

Als „das Herzstück der Sozialen Marktwirtschaft und damit den Beschäftigungsmotor unserer Wirtschaft“, bezeichnet der Koalitionsvertrag der Bundesregierung den Mittelstand. Die Opposition sieht diesen Bereich der Wirtschaft ähnlich. Die CDU nennt ihn „das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“, die FDP die „Job- und Wachstumsmaschine in Deutschland“.

Neben lobenden Worten wird bei jeder passenden Gelegenheit betont, dass man die für das Land so wichtige mittelständische Wirtschaft nach Kräften unterstützen wolle. Dafür spricht sich selbst die PDS aus, die immer wieder betont, auch sie wolle den Mittelstand „stärken und fördern“.

Der Grund für so viel Zuwendung zum Mittelstand ist klar. Immerhin geht es um etwa 3,3 Millionen Unternehmen mit mehr als 20 Millionen Beschäftigten. Die Zahl der potenziellen Wähler ist, wenn man Familienangehörige sowie Selbstständige mit einbezieht, noch erheblich größer.

Aber die Begeisterung bei den mit so viel verbalem und schriftlichem Wohlwollen der Politik Bedachten hält sich sehr in Grenzen. Das mag mit daran liegen, dass der Mittelstand trotz zahlreicher statistischer Daten, eine weitgehend unbekannte Größe ist. Die Unterschiede hinsichtlich der Unternehmensgrößen, Rechtsformen und Branchenzugehörigkeit werden leicht übersehen, wenn man glaubt, gleichzeitig mehr als 99 Prozent aller deutschen Unternehmen und 70 Prozent aller Beschäftigten ansprechen zu können.

Der Begriff „mittelständische Wirtschaft“, so hat das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) festgestellt, „ist ausschließlich in Deutschland gebräuchlich“. In allen übrigen Ländern werde von kleinen und mittleren Unternehmen gesprochen und damit von einem „rein statistisch definierten Teil der Gesamtwirtschaft“.

Mittelstand meint aber hier zu Lande nicht nur die Betriebsgröße, bei der das IfM folgende Einteilung gefunden hat: kleine Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten, mittlere mit 10 bis 499 Personen und große mit mehr als 500 Mitarbeitern. Die EU-Kommission hat eine andere Einteilung: „mikro“ Unternehmen mit weniger als 10, kleine mit weniger als 50 und mittelgroße Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigen. Eine „Mittelstandsgrenze“ bei 250 Beschäftigten scheint dem IfM für Deutschland aber zu niedrig.

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