Der schwäbische Schuhhersteller Bär hat auf dem Subkontinent Erfolg
Indien lockt deutsche Mittelständler

Wenn Aadil Ahmed das Werkstor seiner Schuhfabrik im Tata-Jeep passiert, stehen die Wachleute stramm. Wenn Aadil Ahmed nicht alleine, sondern mit seinem Geschäftspartner Christof Bär vorfährt, knallen die Hacken noch lauter, schnellen die Hände noch zackiger zum Gruß hoch, lenkt der Chauffeur noch geschmeidiger. Sie wissen: Der Deutsche ist fast noch wichtiger als ihr indischer Chef.

AMBUR/BIETIGHEIM. Bär ist Geschäftsführer der „Bär Manufaktur für bequeme Schuhe“ aus Bietigheim, die seit 1995 führender Partner im deutsch-indischen Joint Venture Baer India ist. Vier Fünftel der Bär-Schuhe – rund 24 000 im Jahr – werden in Südindien gefertigt. „Indien eignet sich gerade für Mittelstandsprodukte, wo es nicht auf Millionenstückzahlen ankommt, sondern auf hohe Arbeitsflexibilität und Qualität“, sagt Bär. Der heute 35-Jährige wacht je nach Saison über die Fertigung von 90 bis 120 Modellen.

Indien lockt inzwischen auch deutsche Mittelständler mit niedrigen Löhnen, gutausgebildeten Arbeitskräften und Rechtssicherheit. 50 Prozent mehr Anfragen als 2003 erreichten die deutsch-indische Handelskammer (AHK) in diesem Jahr. „Die Unternehmen fragen bereits sehr konkret und benötigen neben der Recherche von Lieferanten tiefer gehende Informationen wie Marktübersichten oder Vergleiche von Produktionsstandorten“, berichtet Bernhard Steinrücke, AHK-Chef in Mumbai.

Seit den 50er Jahren ist Deutschland nach den USA der wichtigste Kooperationspartner für indische Firmen. Mehr als 5 000 deutsch-indische Abkommen existieren heute, darunter rund 800 Joint Ventures. Viele arbeiten überdurchschnittlich erfolgreich – nach einer AHK-Studie entwickelten sich die Gemeinschaftsunternehmen von 15 börsennotierten Gesellschaften positiver als die zurzeit mit acht Prozent Wachstum boomende indische Wirtschaft.

Vor allem der Erfolg einzelner Unternehmerpersönlichkeiten fördert die Indien-Begeisterung. Rudolf Weiler ist so eine. Der Unternehmer aus Norderstedt, der ein Werk für Elektronikprodukte in Mumbai hat, wird nicht müde, für Indien als „das Investitionsland für Mittelständler“ zu werben. Er organisierte Indien- Stammtische in sieben deutschen Städten.

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