Details entscheiden über Fremd- oder Eigenkapital
Genussrechte werden verschieden bilanziert

Die Finanzierung mittelständischer Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Waren es früher überwiegend klassische Formen wie Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung, findet man heute immer häufiger hybride Finanzierungsformen wie die Finanzierung über Genussrechtskapital.

Genussrechte beruhen auf einem schuldrechtlichem Vertrag, in dem das Unternehmen als Gegenleistung für die Überlassung von Kapital Vermögensrechte gewährt. Unabhängig von der Ausgestaltung verlieren Genussrechte nicht ihren schuldrechtlichen Charakter und gewähren keine Gesellschafterrechte.

Die Anbieter des Genussrechtskapitals stellen dabei häufig bilanzielles Eigenkapital in Aussicht. Nicht selten erfolgt dann in der Praxis das jähe Erwachen, wenn der Genussrechtsvertrag dem Wirtschaftsprüfer vorgelegt wird und dieser feststellt, dass die Finanzierung nicht ohne weiteres den Eigenkapitalanforderungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) und der internationalen Standards (IFRS) entspricht. Bei der bilanziellen Einschätzung von Genussrechten sind die Vertragsdetails wichtig: Oft entscheiden Nebensätze im meist umfangreichen Vertragswerk über den Status als Eigenkapital. Auslöser der Diskussionen ist dabei regelmäßig das Sicherungsbedürfnis des Kapitalgebers: Im Krisenfall des Unternehmens ist er bestrebt, seine Position soweit als möglich der eines Fremdkapitalgebers anzunähern.

Bei der Rechnungslegung nach HGB ist eine schuldrechtliche Kapitalüberlassung nur dann als bilanzielles Eigenkapital auszuweisen, wenn die vier Kriterien Nachrangigkeit, Erfolgsabhängigkeit der Vergütung, Teilnahme am Verlust bis zur vollen Höhe sowie Längerfristigkeit der Kapitalüberlassung kumulativ erfüllt werden.

Insbesondere sehen die Verträge nicht selten vor, dass der Nachrang der Genussrechtsfinanzierung nur auf bestimmte Krisensituationen beschränkt ist. Hier gilt es beispielsweise, im Detail zu prüfen, ob damit noch den Anforderungen, wie sie auch vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegeben wurden, entsprochen wird. Noch diffiziler im Detail sind die Anforderungen, wenn auch nach IFRS die bilanzielle Behandlung von Genussrechten als Eigenkapital gewünscht wird.

Seite 1:

Genussrechte werden verschieden bilanziert

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%