Deutsche Außenhandelsoffensive
Ölpreis befeuert Exporte an den Golf

Trotz des hohen Eurokurses brummt der Export von Deutschland in den Mittleren Osten. Jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge haben die Ausfuhren auf die Arabische Halbinsel zwischen Januar und Mai 2008 um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt – das entspricht praktisch der Quote für Asien. Der starke Euro ist bislang kein Bremsfaktor.

DUBAI. Damit bilden die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates (Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain Katar, VAE und Oman) eines der dynamischsten Wachstumsfelder für die deutsche Exportwirtschaft.

Zwar beträgt das aktuelle Bruttovolumen mit 6,5 Mrd. Dollar nur 47 Prozent des Außenhandels mit China. Doch die Ausfuhren in die Golfregion stiegen fast doppelt so stark wie das globale deutsche Exportwachstum von 6,6 Prozent. Die Lieferungen in die EU-Länder, etwa zwei Drittel aller Ausfuhren, nahmen lediglich um 4,8 Prozent zu. Die Exporte in die USA traten mit plus 0,9 Prozent auf der Stelle.

Angetrieben wurde die deutsche Exportoffensive am Golf durch den Maschinen- und Anlagenbau, den Auto- und Lastwagensektor sowie die Petrochemie. Diesen Branchen kommt zugute, dass viele Ölstaaten ihre Infrastruktur langfristig modernisieren sowie die Mobilität der Menschen erhöhen wollen. So hat Volkswagen seinen Verkauf in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 42 Prozent hochgefahren. Siemens setzte im Geschäftsjahr 2007 im Mittleren Osten, Afrika und in der GUS 6,8 Mrd. Euro um – ein Plus von 17 Prozent. Damit verbuchte der Münchner Konzern in dieser Region sein weltweit höchstes Wachstum.

Aber auch mittelständische Nischenanbieter wie die baden-württembergische Firma KTI-Plersch expandieren auf der Arabischen Halbinsel. So legte der Weltmarktführer für Betonkühlung seit 2000 um 40 Prozent pro Jahr zu und machte zuletzt einen Umsatz von 47 Mill. Euro per annum. „Wir spüren zwar den Druck der Chinesen, die 15 bis 20 Prozent billiger produzieren, aber wir vertrauen auf unsere Kundennähe“, sagt Marketingmanager Tobias Graf. In der deutschen Wirtschaft ist man optimistisch, dass der Export-Aufschwung anhält. „Wir erwarten für das gesamte Jahr 2008 zweistellige Steigerungsraten“, sagt Eckart von Unger, der beim BDI den Mittleren Osten und Afrika betreut.

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