Deutsche Exporte
Rumäniengeschäft läuft glänzend

Deutschlands Exporteure sind in Rumänien gut im Geschäft. Die Einfuhren des neuen EU-Mitglieds sind auch 2006 deutlich stärker gewachsen als die Ausfuhren. Deutschland lieferte 2006 über 35,7% mehr Waren - und verdrängte damit Italien vom bisher angestammten ersten Rang der Bezugsländer.

bfai BUKAREST. Die Bilanz des Außenhandels Rumäniens hat sich 2006 erneut deutlich verschlechtert. Mit 66.596,3 Mill. Euro erreichte der Warenaustausch (fob/cif) zwar erneut eine Rekordhöhe (2006: 54.823 Mill. Euro), die Importe legten dabei jedoch weitaus deutlicher zu als die Exporte. Das Handelsbilanzdefizit fiel mit dem Rekordwert von 14.895,3 Mill. Euro um knapp 4,6 Mrd. Euro höher aus als 2005 (+44,5%). Der Deckungsgrad der Importe durch die Exporte (fob/fob) betrug 68,7%, meldete das Nationale Institut für Statistik (INS). Zur realen Exportfähigkeit des Landes wäre allerdings zu bemerken, dass die rumänischen Ausfuhren im Zeitraum von 2000 bis 2006 im Schnitt um jährlich 21% gewachsen sind.

In der fob/fob Berechnung ermittelte die Nationalbank Rumäniens für 2006 ein Handelsdefizit von 11.758,7 Mill. Euro, das maßgeblich zur Verschlechterung der Leistungsbilanz beitrug und deren Defizit auf bedrohliche 9,973 Mrd. Euro (+44,8% gegenüber 2005) weiter hochschraubte. Ohne die Überweisungen der im Ausland arbeitenden Rumänen (4,8 Mrd. Euro) wäre die Leistungsbilanz noch schlechter ausgefallen. Am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen ist das Leistungsbilanzdefizit Rumäniens mit 10,3% allerdings noch durchaus vertretbar. Das bescheinigen der rumänischen Wirtschaft auch internationale Rating-Agenturen wie Moody's und Fitch Ratings. Positiv anzumerken ist auch, dass das Leistungsbilanzdefizit 2006 zu 91% durch ausländische Direktinvestitionen gedeckt worden ist (9,1 Mrd. Euro). Einen weiteren Rückhalt geben der rumänischen Wirtschaft die beachtlich Währungsreserven der Nationalbank, die 2006 um weitere 4,5 Mrd. auf 21,3 Mrd. Euro angewachsen sind.

Die Exporte (fob) Rumäniens stiegen 2006 um 16,2% und damit etwas langsamer als ein Jahr zuvor (2005: 17,5%), während sich der Wachstumsrhythmus der Importe (cif) mit 25,1% erneut beschleunigte (2005: 23,9%). Grund für die florierenden Importe der letzten Jahre bleibt der rasant steigende Binnenkonsum, den die eher wettbewerbschwache rumänische Industrie weder mengen- noch qualitätsmäßig decken kann. Positiv zu verzeichnen wäre der Anstieg der Kapitalgütereinfuhren (+30,1% auf 8.936,0 Mill. Euro) im Vergleich zu den Konsumgütereinfuhren (nur 18,9% auf 4.919,7 Mill. Euro).

In der Struktur der rumänischen Exportwirtschaft ist ein weiterer Abbau der lohngefertigten Textilwaren und Konfektionen festzustellen, während die Ausfuhren von Maschinen und Anlagen (auch Kfz und Kfz-Teileindustrie) zulegen. Die Exporte von Spinnstoffen und Waren daraus (HS-Abschnitt XI) gingen im Vorjahresvergleich um 1,2% auf ein Volumen von 4.168,9 Mill. Euro zurück, während die Exporte von Schuhen (HS-Abschnitt XII) im zweiten Jahr in Folge zulegten (+7,3%). Rumänien exportierte hingegen Maschinen und Apparate (HS-Abschnitt XVI) im Wert von 5.245,3 Mill. Euro und damit 33,1% mehr als ein Jahr zuvor.

Die Exporte von Beförderungsmitteln und Kfz-Teilen (HS-Abschnitt XVII) legten sogar um 44,0% auf 2.545,1 Mill. Euro zu. Weitere Ausfuhrsteigerungen waren 2006 unter anderem bei metallischen Erzeugnissen (HS-Abschnitt XV, 3.877,1 Mill. Euro, +17,6%), mineralischen Produkten (HS-Abschnitt V, 2.701,6 Mill. Euro, +9,6%) sowie chemischen Erzeugnissen (HS-Abschnitt Code VI, 1.049,0 Mill. Euro, +5,4%) zu verzeichnen. Besonders stark zogen die Exporte von Kunststoff- und Kautschukwaren (HS-Abschnitt VII, 1.090,6 Mill. Euro, +26,2%) an.

Etwa ein Drittel der Einfuhren Rumäniens ist für die Lohnveredelung bestimmt und dieser Teil findet sich dann in den Exporten wieder. Ansonsten machten einen Großteil der Einfuhren 2006 - wie bereits in den vergangenen Jahren die Maschinen und Apparate (HS-Abschnitt XVI) aus. Diese Kategorie wuchs im Vorjahresvergleich um 29,5% auf 9.881,3 Mill. Euro (knapp ein Viertel der Gesamteinfuhren). Auf Rang zwei nach dem Importvolumen lagen die mineralischen Produkte (6.032,9 Mill. Euro, +18,9%), gefolgt von Beförderungsmitteln (4.710,7 Mill. Euro, +41,5%), metallischen Erzeugnissen (4.030,4 Mill. Euro, +40,1%) sowie Spinnstoffen und Waren daraus (3.385,1 Mill. Euro, nur +1,6%). Die Einfuhren von chemischen Erzeugnissen legten um 27,7% auf 3.111,1 Mill. Euro zu, während sich die Einfuhren von Kunststoff- und Kautschukwaren um 30,1% auf 2.525,6 Mill. Euro steigerten.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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