
Daniel ist jung und unerfahren, gleich an seinem ersten Arbeitstag bei der Messe Berlin tritt er von einem Fettnäpfchen ins nächste - zu sehen entweder auf YouTube oder auf der Homepage der Messegesellschaft. "Mit unserer neuen Webserie zeigen wir, wie es in der Erlebniswelt Messe und hinter den Kulissen der Messe Berlin zugeht", erklärt Messechef Raimund Hosch. Was er als eine "Selbstdarstellung mit Augenzwinkern" bezeichnet, haben auch andere Veranstalter von Ausstellungen für sich entdeckt: Bei der Messe Frankfurt heißt das ganze "Interaktive Werbung mit Spaßfaktor".
Auf einem weißen Tisch liegt eine Glaskugel, in der schemenhafte Landschaften und Schlagworte umherziehen, die Kamera zoomt sich immer näher heran, schließlich taucht sie in das Universum der Kugel ein und reißt den Zuschauer mit. Für Henric Uherek, Marketingmanager beim messeeigenen Hersteller- und Produktportal productpilot.com, setzen die neuen Webspecials Maßstäbe bei Animation, Unterhaltung und B2B-Kommunikation: "Die Informationen sind so verpackt, dass die User sie aus purer Freude am Spieltrieb und völlig intuitiv erfassen können."
Laut Messevereinigung AUMA sind die neuen Internetangebote Teil einer Serviceoffensive der Messegesellschaften: Mit mehr Informationen und praktischen Hilfen will man bei Ausstellern und Besuchern hierzulande und im Ausland stärker punkten - und deren Geschäftsinteressen mit dem "Marketinginstrument Messe" noch besser fördern.
Die Offensive hat Erfolg, das bisherige deutsche Messegeschäft spiegelt den Aufwärtstrend erfreulich gut wider, sogar Rekordergebnisse sind zu verzeichnen. So verlief bei der Messe Düsseldorf bereits der Start ins aktuelle Jahr nach Maß. Beispiel "boot 2010": Das Servicekonzept, verstärkt auf Angebote zum Mitmachen zu setzen und Wassersport in Messehallen erlebbar zu machen, sei voll aufgegangen, berichtet Matthias Dornscheidt, Chef der Messe Düsseldorf.
Ähnliches ist auch in Friedrichshafen zu hören: "Wir veranstalten Messen als Service-Events, dazu gehören emotionale Produkt-Shows und attraktive Rahmenprogramme, welche die Themen für die Besucher interaktiv erlebbar machen", sagt Klaus Wellmann, Geschäftsführer der dortigen Messegesellschaft. Seine Erfolgsmeldungen beziehen sich unter anderem auf die "Tuning World" - Rekordbeteiligung bei Ausstellern und Besuchern - sowie auf die "Eurobike" im September, die als Leitmesse für die Fahrradbranche bereits im April ausgebucht war.
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Von gelungenen Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2010 aufgrund ausgebauter Serviceorientierung berichtet auch die Frankfurter Messegesellschaft: "Trotz schwieriger Lage in der Textilindustrie und auf Abnehmerseite hatten wir auf der ?Heimtextil?, der internationalen Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien, stabile Ausstellerzahlen und ein Plus bei den Besuchern", freut sich Messemanager Detlef Braun.
Und im Schwabenland freute sich Ulrich Kromer, Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung der Landesmesse Stuttgart, in diesem Jahr über eine komplett ausgebuchte Touristik- und Freizeitmesse "CMT". Sogar Ausstellungen, die im Vorfeld aufgrund der Kriseneinflüsse mit besonderer Sorge betrachtet wurden, erreichten dieses Jahr wieder schwarze Zahlen, etwa die Computerschau CeBIT in Hannover: 3,7 Prozent Besucherplus. Und in München gab es auf der 30. "bauma", die internationale Fachmesse der Baubranche, sogar Rekorde bei Flächenbelegung und Ausstellerzahl.