Deutsche Unternehmen beteiligt: Perus Erzbergbau treibt Projekte voran

Deutsche Unternehmen beteiligt
Perus Erzbergbau treibt Projekte voran

Perus Bergbau will in den nächsten Jahren deutlich mehr als bisher investieren. Die Erweiterung der Verarbeitungskapazitäten für Zink und Kupfer soll schon bald beginnen. Die Aussichten für den Bau einer milliardenschweren Kupfermine bei Lima sind ebenfalls gut.

bfai SANTIAGO DE CHILE. Den Fortgang vieler Großprojekte behindern allerdings Konflikte mit der Bevölkerung und Interessensgruppen, die der Zentralstaat bisher nicht lösen kann.

Perus Erzbergbau wird 2007 nach Einschätzung des Bergbauministeriums MEM (Ministerio de Energia y Minas) knapp zwei Mrd. Dollar in größere Projekte investieren und damit etwa doppelt so viel wie in den einzelnen Jahren zuvor. Angesichts der hohen Metallpreise treiben die Minenfirmen mehr Projekte voran. In die Erkundung von Lagerstätten flossen 2005 etwa 242 Mill. Dollar und 2006 nach einer MEM-Prognose 300 Mill. Dollar - mehr als in jedem anderen Land Lateinamerikas. Interesse an Perus Bergbau haben inzwischen auch Firmen aus Indien, China und Polen angemeldet.

Allerdings umfasst die Investitionsprognose des Bergbauministeriums hohe Ausgaben für Las Bambas, Río Blanco und andere Vorhaben, die - wenn überhaupt - erst später fließen dürften. Viele Projekte kommen wegen einer starken Opposition aus Dorfgemeinschaften, Landwirten und Nichtregierungsorganisationen nicht voran, auch manche Verwaltungen bremsen. Im aktuellen Standort-Ranking des kanadischen Fraser-Instituts war Peru unter 64 Territorien zwar Spitzenreiter im reinen Bergbau-Potenzial, rutschte bei der politischen Einstufung aber auf Platz 44 ab.

Die Branche verpflichtete sich im August 2006, bis 2011 knapp 800 Mill. Dollar an einen staatlichen Fonds zu leiten. Zudem zahlte sie 2006, bei steigender Tendenz, 533 Mill. Dollar an lokale und regionale Regierungen (Canon Minero). Allerdings kommt nur ein Teil dieses Geldes bei der betroffenen Bevölkerung an. Die Zentralregierung unter Präsident Alan García will den Bergbau zwar unterstützen, kann die Konflikte um die Minenprojekte bisher aber nicht lösen.

Der brasilianische Konzern Votorantim will nach Marktinformationen die Kapazität seiner Zinkraffinerie Cajamarquilla auf 320 000 Tonnen pro Jahr (Jato) verdoppeln. Die Machbarkeitsstudie für das 400 Mill. Dollar teure Projekt soll Anfang Februar 2007 fertig sein, der Baubeginn ist für Mitte 2007 vorgesehen. Im Februar 2007 beginnt nach Firmenangaben der Kapazitätsausbau von derzeit 135.000 auf 160 000 Jato. Die Ausrüstungen für dieses 95 Mill. Dollar teure Projekt seien beschafft, die deutsche Firma Lurgi habe sich Aufträge für etwa zehn Mill. Dollar gesichert. Der Zinkproduzent Volcan will nach Branchenangaben 2007 gut 150 Mill. Dollar investieren, davon 100 Mill. in die Erweiterung der Tagebauminen Cerro de Pascua und Yauli. Peru exportiert bisher 85 Prozent seiner Zinkproduktion von 1,2 Mill. t (2006) in Form von Konzentrat, da die Verarbeitungskapazität im Land mit einer weiteren Raffinerie (La Oroya von Doe Run) nur etwa 180.000 Jato erreicht.

Southern Copper (SCC) steckt nach Firmenangaben ab 2008 etwa 350 Mill. bis 400 Mill. Dollar in die Kapazitätserweiterung seines Komplexes Ilo, der soeben für über 400 Mill. Dollar modernisiert wurde. Fraglich sei nur noch, ob die Kapazität der Schmelze auf 1,6 Mill. oder 1,8 Mill. Jato Kupferkonzentrat (von heute 1,2 Mill.) zu erhöhen sei. Die nachgeschaltete Raffinerie soll ebenfalls ausgebaut werden. Zusätzliches Konzentrat sollen die SCC-Minen Toquepala und Cuajone liefern, deren Produktion die Firma zu steigern hofft, könnte aber auch aus anderen Bergwerken kommen. SCC arbeitet an den Studien für einen Aufbau der Minen Tía María und Los Chancas, die 170 Mill. beziehungsweise bis zu 700 Mill. Dollar kosten würden. Tía María hat einen geringeren Kupfergehalt im Gestein als Los Chancas, ist aber besser an die Infrastruktur angeschlossen.

Die kanadische Explorationsfirma Peru Copper plant die Machbarkeitsstudie des 1,5 Mrd. Dollar teuren Kupferprojekt Toromocho bis September 2007 fertig zu stellen. Toromocho liegt 140 km entfernt von Lima und ist relativ gut an die Infrastruktur angebunden. Das Projekt erfährt nach Angaben von Peru Copper und MEM sogar auf lokaler Ebene Unterstützung, etwa bei der laufenden Umsiedlung der betroffenen Bevölkerung. Für die auf Kosten von 1 Mrd. Dollar veranschlagte Kupfermine Río Blanco arbeitet die britische Firma Monterrrico Metals an der Machbarkeitsstudie. Sie will im 1. Quartal 2007 die Studien zur Umwelt- und Sozialverträglichkeit vorlegen. Obwohl sich eine starke Opposition gegen das Projekt formiert hat, hofft Monterrico 2008 mit dem Bau zu beginnen. Für das Kupferprojekt Las Bambas, das ebenfalls mindestens 1 Mrd. Dollar kosten würde, arbeitet Xstrata an konzeptionellen Studien.

Die Eigner von Südamerikas größter Goldgrube Yanacocha wollen die Machbarkeits- und Umweltverträglichkeitsstudien für das angrenzende, über eine Mrd. Dollar teure Projekt Minas Conga 2007 abschließen. Die Yanacocha-Produktion sinkt seit den letzten Monaten 2006 und soll 2007 nach Erwartung von Hauptaktionär Newmont um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Bei zurückgehendem Metallgehalt im Gestein könne man nicht wie gewünscht in angrenzendes Terrain vorstoßen. Benachbarte Bevölkerungsgruppen seien dagegen, was auch für das Projekt Minas Conga gelte. In der Nähe von Yanacocha liegen zwei weitere Polymetall-Vorkommen: Die Konzession für das Vorkommen Michiquillay, dessen Investitionsbedarf auf 0,7 Mrd. Dollar taxiert wird, will die Behörde ProInversión Ende Februar 2007 erteilen. Für El Galeno (0,85 Mrd. Dollar) hat Peru Copper Ende 2006 eine vorläufige Machbarkeitsstudie fertig gestellt.

Buenaventura verfügt nach Angaben eines Firmensprechers über abgeschlossene Machbarkeitsstudien für drei weitere Projekte, an denen die Firma beteiligt ist: Mit dem Bau der 40 Mill. bis 50 Mill. teuren Goldmine La Zanja beginne man, sobald der Konflikt mit der betroffenen Bevölkerung beigelegt sei. Die Jahresproduktion sei auf 100 000 Unzen Gold ausgelegt, ebenso wie in der 30 Mill. bis 40 Mill. Dollar teuren Mine Poracota, die Mitte 2007 in Bau gehen solle. In der bestehenden Goldmine Marcapunta will Buenaventura eine Anlage zur Verarbeitung des arsenhaltigen Minerals bauen. Dagegen gebe es keine lokale Opposition; eine Pilotanlage sei in Betrieb.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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