Deutsches Mittelstands-Barometer
Ostdeutscher Mittelstand wird Jobmotor

Der Mittelstand wird nach Expertenansicht weiterhin ein Wachstums- und Beschäftigungsmotor für die deutsche Wirtschaft sein. Neu daran ist, dass sich dieser Trend auch verstärkt in den ostdeutschen Bundesländern abzeichnet. Doch ist keine frohe Botschaft ohne ihre Haken.

HB HAMBURG. Fast 60 Prozent von 120 befragten Mittelstandsexperten gehen davon aus, dass mittelständische Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten die Zahl ihrer Arbeitsplätze ausbauen werden, wie die am Montag in Hamburg vorgestellte Frühjahrsbefragung des Deutschen Mittelstands-Barometers (DMB) zeigt. „Damit setzt sich ein eindeutig positiver Trend fort“, sagte der Projektleiter der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft, Michael Lingenfelder.

Die Stimmung bei den Mittelständlern ist nach Angaben der Experten so positiv wie lange nicht mehr - besonders in den neuen Bundesländern. Dort rechnen die Experten mit einer steigenden Zahl von Arbeitsplätzen, ein deutliches Zeichen für den konjunkturellen Aufschwung im Osten der Bundesrepublik.

Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt beurteilen die befragten Experten in ganz Deutschland positiv. Etwa 90 Prozent erwarten, dass die Zahl der Arbeitsplätze gehalten bzw. in den nächsten zwölf Monaten sogar ausgebaut wird. Vorteilhaft wirken sich nach Ansicht der Experten vor allem die konstant hohe Binnennachfrage sowie der besonders für die Baubranche günstige milde Winter aus. „Die Konjunktur erweist sich demnach als recht robust - trotz Mehrwertsteuererhöhung“, erklärt Professor Michael Lingenfelder von der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft.

Die gute Stimmung werde allerdings von einigen äußeren Faktoren getrübt. 83,6 Prozent der Experten sehen die Bürokratie als besonders störend für den Mittelstand an, 72,2 Prozent das Ausbildungsniveau der Nachwuchskräfte und 69,4 Prozent die Steuerbelastung. „Um die Wachstumsdynamik langfristig aufrechterhalten zu können, müssen wir in Deutschland eine Qualifizierungsoffensive starten“, sagte Lingenfelder.

Das Deutsche Mittelstands-Barometer folgt dem bisherigen Marburger Mittelstands-Barometer. Drei Mal im Jahr werden im Rahmen der Studie mittelständische Unternehmer zur Geschäfts- und Stimmungslage befragt, zwei Mal jährlich Experten. Die Studie wird von der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Universität Marburg, dem Bundesverband mittelständischer Wirtschaft und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand durchgeführt.

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