Deutschland
Maschinenbauer erwarten weiteres Krisenjahr

Die deutschen Maschinenbauer erwarten 2010 ein weiteres Krisenjahr für die Branche. "Die Krise liegt noch lange nicht hinter uns", erklärte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Manfred Wittenstein, in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an die rund 3000 Mitgliedsunternehmen.
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HB FRANKFURT. Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im November den 14. Monat in Folge gesunken. Dennoch schöpft der Branchenverband VDMA wieder Hoffnung. Etwa die Hälfte der Fachzweige weise im Vergleich zum November 2008 wieder ein Plus auf, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Dienstag in Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur DAPD. Allerdings sei auch vor einem Jahr schon ein deutlicher Einbruch zu verzeichnen gewesen.

Nach den Angaben des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gingen die Aufträge im November 2009 um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Im November 2008 lag das Minus für die erfolgsverwöhnte Branche im Jahresvergleich bei 30 Prozent. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatszeitraum September bis November 2009 ergebe sich ein Minus von 25 Prozent, berichtete der VDMA weiter.

Wiechers erklärte: „Mit dem Auftragseingang vom November bestätigt sich abermals unsere Einschätzung, dass der heftige Rückgang der Maschinenbestellungen zu einem Ende gekommen ist.“ Vor allem diejenigen Fachbereiche wie Textilmaschinen sowie Bekleidungs- und Ledertechnik, die schon sehr früh im Jahr 2007 zu schrumpfen begonnen hätten, verzeichneten jetzt wieder Zuwächse, sagte Wiechers der DAPD.

Problematisch sei die Lage noch in den Sparten, die erst später in die Verlustzone geraten seien. Wiechers nannte die Landtechnik und mit Abstrichen auch die Fördertechnik. Dort sei wohl erst die Talsohle erreicht.

Der VDMA hofft, dass sich nach dem monatelangen tiefen Fall „jetzt endlich eine wenn auch zaghafte Besserung einstellt“. Bis sich diese Besserung flächendeckend im Umsatz niederschlage, sei wegen der technisch bedingten Durchlaufzeiten aber noch Geduld gefragt, prognostizierte Wiechers.

Über die Beschäftigungsentwicklung liegen dem Verband nach den Worten des Chefvolkswirts noch keine neueren Zahlen vor. Der VDMA hatte zunächst einen Abbau von 60 000 Jobs für 2009 vorausgesagt, seine Prognose Ende des Jahres aber revidiert. Er erwartet demnach den Verlust von nunmehr etwa 40 000 Stellen. Bis Ende Oktober wurden den Angaben zufolge in der deutschen Vorzeigebranche lediglich 28 000 feste Stellen gestrichen. Ende 2008 hatten die deutschen Maschinenbaubetriebe mit mehr als 50 Beschäftigten noch insgesamt 954 000 Mitarbeiter.

Im Februar will der VDMA eine neue Prognose für das laufende Jahr abgeben. Bisher gelte noch die Vorausschau von September. Demnach hofft der Verband für 2010, das im Krisenjahr 2009 drastisch gesunkene Produktionsniveau wenigstens halten zu können. Für 2009 sagte der VDMA im September einen Rückgang der Produktion um 20 Prozent voraus. Das entspräche dem Stand des Jahres 2006.

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