Deutschlandfonds
Rettungsschirme für Firmen öffnen sich nur langsam

Die bewilligten Staatshilfen sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen - dennoch profitieren viele Betriebe noch immer nicht vom Deutschlandfonds
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KÖLN. Die Staatshilfen für die Wirtschaft aus dem sogenannten Deutschlandfonds kommen langsam in Schwung. In den vergangenen zwei Monaten hat sich das Volumen der bewilligten Kredite und Bürgschaften fast verdoppelt. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums sind bis Ende November insgesamt 8,1 Mrd. Euro an die Unternehmen vergeben worden. Bis Ende September waren im Vergleich dazu Staatshilfen in Höhe von lediglich 4,8 Mrd. Euro geflossen. Der Deutschlandfonds war im März im Rahmen des zweiten Konjunkturpaketes aufgelegt worden und umfasst insgesamt 115 Mrd. Euro.

Von den bisher gewährten Staatshilfen entfallen 4,4 Mrd. Euro auf Kredite, die von der Staatsbank KfW vergeben werden. 3,7 Mrd. Euro sind Bürgschaften für Unternehmen, die im Zuge der Wirtschaftskrise in Finanzierungsnöte geraten sind.

Viel Geld für Großunternehmen

Ein Großteil der bewilligten Anträge auf Staatshilfen entfällt auf mittelständische Betriebe. Großunternehmen bekommen jedoch das meiste Geld: Sieben Großunternehmen erhielten Bürgschaften im Wert von insgesamt zwei Mrd. Euro. Die restlichen 1,7 Mrd. Euro verteilen sich auf über 5800 kleine und mittelgroße Unternehmen. Die Bundesregierung hat zugesagt zu überprüfen, ob Anpassungen am Kredit- und Bürgschaftsprogramm zur Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft notwendig seien. "Der Deutschlandsfonds muss noch stärker auf den Mittelstand zugeschnitten werden", forderte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle. Unternehmen mit vertretbaren Risiken müssten Zugang zu den Finanzierungsmöglichkeiten des Fonds bekommen. Kritiker bemängeln, dass viele Unternehmen aufgrund der hohen Anforderungen nicht von dem Programm profitieren können. Kreditanträge werden sowohl von der Hausbank, als auch von der KfW geprüft.

Auch die lange Bearbeitungszeit mindere die Effekte der Staatshilfen. "Die Anträge der Unternehmen sind um ein Vielfaches höher, als es die zugesagten Kredite und Bürgschaften suggerieren. Ein großer Teil der Anträge muss noch abgearbeitet werden", sagte Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Bislang wurde nach Informationen des Handelsblatts erst weniger als ein Drittel des beantragten Kreditvolumens bewilligt.

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