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Deutschlands Dynastien: Haniel – der Duisburg Clan

Haniel hat mehr als 250 Jahre überlebt. Die Väter haben Kinder strategisch verheiratet und Manager eingestellt, die keine Rücksicht auf Gewohnheiten nahmen. So wandelten sie die Firma grundlegend - vom Kohlenhändler zum globalen Handelskonzern.

Franz Haniel war der einzige wirklich operative Manager aus der Familie. Seitdem führen angestellte Manager den Haniel-Konzern. Quelle: Pressebild
Franz Haniel war der einzige wirklich operative Manager aus der Familie. Seitdem führen angestellte Manager den Haniel-Konzern. Quelle: Pressebild

DÜSSELDORF. Es ist 1756, als ein Mann namens Jan Willem Noot in einem selbst gebauten Haus in Ruhrort ein Lagerhaltungsgeschäft für Kolonialwaren gründet. Seine Tochter Aletta, die nach ihrer Heirat den Namen Haniel annimmt, wird es später als Speditionshandel weiterführen.

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Es ist 2006, als so prominente Gäste wie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zu einer Matinee im Duisburger Theater vorfahren. Eine Dynastie mit rund 550 Mitgliedern aus aller Welt feiert eine in der Wirtschaft außergewöhnliche Leistung: 250 Jahre hat ihre Unternehmung nun schon überlebt, vereinigt mehr als 800 Einzelfirmen unter ihrem Dach und setzt jährlich 26 Milliarden Euro um. All das, das Reich der Haniels aus Duisburg, hat seinen Ursprung in Jan Willem Noots Lagerhaltungsgeschäft von einst.

Diese Familie ist den Deutschen weit weniger bekannt als andere Dynastien wie Siemens, Krupp, Quandt oder Thyssen. Dabei kaufen die Deutschen ständig Haniel-Produkte, bei Metro, Kaufhof und Saturn oder beim Pharmagroßhändler Celesio, und sie verwenden Papiertücher des Hygieneartikelherstellers CWS, wenn sie sich die Hände abtrocknen. Aber sie wissen nicht, dass hinter all diesen Produkten die Familie Haniel steht.

Die Geschichte der Haniels ist die eines Chamäleon-Unternehmens. Es ist noch da, weil es sich immer anpassen konnte. Die Eigner haben Hochzeiten strategisch geplant und, wenn Gefahr drohte, sich rechtzeitig gewandelt. So haben die Haniels Kriege überstanden und den Wandel von Gesellschaftsordnungen.

Haniel, vor 200 Jahren ein Kohle- und Eisenhandel, ist längst eine Konsumgüterdynastie, die es geschafft hat, eine oft tödliche Falle des Familienkapitalismus zu umgehen: Die Haniels haben sich früh entschieden, für das Tagesgeschäft nur Manager einzustellen, die nicht zur Familie gehören. In ihrer gesamten Geschichte war einzig Franz Haniel ein wirklich aktiver Manager.

Der Pionier und der Schmuggler

Als Franz Haniel 1779 auf die Welt kommt, ist nicht daran zu denken, dass man ihn einmal als den Mann in Erinnerung behalten wird, der eine Dynastie begründet, der das Ruhrkohle-Feld entwickelt und der den Fortbestand seiner Familie auch dadurch gesichert hat, dass seine Kinder, Neffen, Nichten und Enkel niemanden heirateten, der dem Geschäft nicht nützte.

Haniels Mutter Aletta will, dass der Sohn eine Ausbildung beim "A. Schaaffhausen'schen Bankverein" macht, einer berühmten Kölner Bank. Aber der Sohn will nicht in einer Bank arbeiten und einseitig ausgebildet werden. Er will die Welt sehen.

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