„Diddl“-Vertrieb gibt Lizenz ab

Aus die Maus

Mehr als zwanzig Jahre schwamm der mittelständische Geschenkartikel-Anbieter Depesche im Erfolg der Diddl-Maus. Die Lizenz läuft Ende des Jahres aus – und die Zukunft der Plüschmaus mit den riesigen Füßen ist ungewiss.
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Diddl-Maus-Ausstellung im Jahr 2000 in Lüneburg: Mehr als 20.000 Besucher pilgerten damals hin. Quelle: dpa - picture-alliance

Diddl-Maus-Ausstellung im Jahr 2000 in Lüneburg: Mehr als 20.000 Besucher pilgerten damals hin.

(Foto: dpa - picture-alliance)

DüsseldorfViele Jahre gab es in Deutschland kaum einen Kindergarten, eine Grundschulklasse oder ein Kinderzimmer, in dem nicht an der ein oder anderen Stelle eine Diddl-Maus anzutreffen war. Das von Thomas Goletz erstmals im August 1990 gezeichnete Nagetier mit überdimensionierten Füßen entwickelte sich zum Fanartikel Nummer eins vor allem für Mädchen.

Von Postkarten über Blöcke und Abziehbildchen bis hin zu Plüschtieren hatte der Mittelständler Depesche Vertrieb aus Geesthacht südöstlich von Hamburg im Angebot. Doch jetzt ist bald Schluss. „Der Zeitgeist hat Einzug gehalten“, sagt eine Firmensprecherin. Die Lizenz wird an Goletz zurückgegeben und nur bis Ende des Jahres die Produkte abverkauft. Es gebe zwar noch Fans, aber die Absatzzahlen seien kontinuierlich zurückgegangen.

Die beliebtesten Männer-Spielzeuge
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Tipp-Kick

Ein Überbleibsel aus der analogen Welt - aber immer noch ein Renner in der Spielzeugkiste des Mannes. Die Figuren sind aus Zink und haben ein bewegliches Bein, das per Druck auf den Knopf auf dem Kopf ausgelöst wird.

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Märklin Eisenbahn

Die Modelleisenbahn macht seit mehr als 100 Jahren Jungs und Männer glücklich. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg stellt das schwäbische Unternehmen eine neue iPhone-App vor, mit der sich bis zu 16 Lokomotiven einer Modellbahn steuern lassen.

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Carrera

Die Carrera-Bahn hält in der Grundschulzeit Einzug ins Jungs-Kinderzimmer - und gibt es nicht im Laufe der Zeit eine Partnerin, die das Set mutwillig auf den Müll schmeißt, bleibt die Bahn im Besitz des Mannes bis zu seinem Ableben. Sie macht jeden Umzug mit, ist der Hit auf allen Junggesellenfeiern und wird auch gerne noch zum 30. oder 40. Geburtstag verschenkt und aufgebaut.

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Lego

Ist der Nachwuchs nur annährend im Bauklotz-fähigen Alter, schleppt Mann auch schon die ersten Lego-Duplo-Sets an. Spätestens nach dem dritten Geburtstag des Sprösslings ist kein Geschenk mehr vor dem Vater sicher - alles was Noppen hat wird zusammengebaut. Oft einträchtig mit dem Sohnemann, aber eigentlich spielt es sich auch als Enddreißiger prima allein mit den bunten Steinen.

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Matchbox

Es ist wohl das erste Auto eines jeden Mannes - das Matchbox-Auto. Seit 1952 gibt es die kleinen Metallflitzer, mit denen sich so hervorragend Massenkarambolagen und Unfälle jeder Art nachstellen lassen. Seit 1997 gehört die Marke dem Spielzeugriesen Mattel.

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Spielzeugpistolen

Früher hießen sie Colt und knallten zu Karneval mittels roter Papierbänder, die man vor den Abzug fisseln musste. Die neuen Modelle laufen mit Smartphone. Mittels einer App können auf der "App Tag" von Wikanplay Schieß-Spiele gespielt werden. Das Spielzeug wurde unter dem diesjährigen Motto der Nürnberger Spielwarenmesse "Toys 3.0" vorgestellt.

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Ferngesteuerte Objekte

Alles was sich per Fernsteuerung bedienen lässt, übt auf Männer eine schier magischen Anziehungskraft aus. Ganz gleich ob Monstertruck, Hubschrauber oder Flugzeug, Hauptsache es surrt - kracht gegen die Wand, schanzt über Sofakissen oder schießt im Sturzflug gen Boden.

Das Unternehmen will seine Arbeit vor allem auf die selbst ins Leben gerufene „Top Model“-Produktwelt fokussieren. Und das Unternehmen tut das aus einer Position der Stärke heraus. Die im Bundesanzeiger für das Jahr 2012 veröffentlichen Zahlen zeigen: Bei einem Umsatz von 114 Millionen Euro machte erzielte das Unternehmen ein Jahresergebnis von fast 19 Millionen Euro.

Über 1.000 verschiedene Artikel hat die Firma im Laufe der Jahrzehnte auf den Markt gebracht, als besonders erfolgreich hätten sich Postkarten und die Plüschtiere erwiesen. Wie es in Zukunft weitergeht mit der Maus, weiß auch bei Depesche der Sprecherin zufolge niemand. Der Zeichner Goletz sei nicht zu erreichen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete vor fast vier Jahren, dass der 47-Jährige sich überhaupt nur einmal habe interviewen lassen – für das Diddl-Heft „Käseblatt“.

Diddlina, Pimboli und Galupy
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