Die Höhle der Löwen – eine Bilanz
Warum der „Kaffeefilter to go“ keinen Deal bekam

Geld für Schoko-Puzzle?

Unterkriegen lassen sich die jungen Gründer offenbar nicht: Laut „Focus Online“ entwickeln Maxim und Raphael Nitsche eine Premium-Version der App auf Abo-Basis, welches monatlich zwischen 2,99 Euro und 8,99 kosten soll. Aktuell kann man Math 42 noch kostenlos herunterladen.

Jeder Gründer oder jeder, der schon mal eine Verhandlung geführt hat, weiß: Mit Investoren beziehungsweise Verhandlungsgegnern kann es durchaus zum Streit kommen. So kam es auch in der ersten Staffel DHDL zu mehreren Eklats. Einer davon war der Pitch von Knüppelknifte, einem Gastronomie-Start-up aus Bochum. Idee: Lagerfeuer-Atmosphäre an den Tisch bringen, Stockbrot im Großstadtleben eben. Erik Schwarzer und Florian Hermann wollten 200.000 Euro einsammeln. Dafür hätten sie dem oder den Löwen 15 Prozent ihres Gewinns aus dem ersten Jahr abgegeben.

Ein „Nein“ gab es nicht, dafür ein „Nicht so“. Die Star-Investoren schlugen vor, Knüppelknifte zum Mini-McDonalds zu machen. Schwarzer und Hermann dankten und gingen. Ohne Deal. „Man kann auf zwei Wegen Geld verdienen: mit Masse oder mit Qualität“, sagte Schwarzer damals im Gespräch mit dem Handelsblatt. In der zweiten Staffel hatten er und Hermann einen Gastauftritt.

Deals hingegen gab es dieses Mal einige. Wobei nicht jeder Deal, der gezeigt wurde, am Ende auch einer war. Beata und Chris Bahr hatten das Investment von Vural Öger sicher: Er wollte 150.000 Euro für 33 Prozent von Coffee Bags zahlen, einem Unternehmen für gefüllte Kaffeefilter to go: In die Tasse hängen, heißes Wasser drüber schütten, fertig. Doch letztendlich habe eine langfristige Bindung nicht funktionieren können, hieß es seitens der Bahrs einen Tag später im Interview mit „Wirtschaftswoche Gründer“.

Marvin Kruse mit seinem Hundefutter bekam kein Investment von den Löwen. Er wollte nur mit den 5,99 Euro Versandkoste Geld verdienen. Vural Öger bezeichnete das Konzept gar als „lächerlich“. Allein aufgrund der Tatsache, dass ein Paket für zwei Kilogramm bei DHL schon knapp fünf Euro kostet – abgesehen von Lohn- und Produktkosten – ist es fraglich, wie Kruses Modell funktionieren soll. Immerhin haben er und die rund 68 anderen Start-ups aus der zweiten Staffel eines erreicht: Aufmerksamkeit.

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Annika Reinert
Laura Waßermann
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
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