Die Qual der Wahl
Nicht blind in den Fördertopf greifen

Wenn die Wirtschaft unter Druck gerät, stehen viele Mittelständler wieder vor Finanzierungsproblemen. Rettende Förderprogramme gibt es genug. Doch um das richtige zu finden, braucht es Experten.

Bad CambergDie Wirtschaft schwächt sich ab. Deutsche, vor allem mittelständische Unternehmen könnten bald wieder in ähnliche Finanzierungsprobleme kommen wie in der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise. Fördermittel und Zuschüsse werden dann wieder an Bedeutung gewinnen.

"Die Fördertöpfe sind ähnlich gut gefüllt wie vor zwei Jahren", stellt Klaus Weiler, Vorstandssprecher des Bundesverbands deutscher Fördermittel-Berater (BvdFB), fest. Allein die KfW-Bankengruppe hat im ersten Halbjahr 2011 bei Mittelstandsfinanzierungen 5,8 Milliarden Euro zugesagt.

Die Mittel werden für Gründungen und allgemeine Unternehmensfinanzierungen bereitgestellt", informiert Charis Pöthig, stellvertretende Pressesprecherin der KfW-Bankengruppe. Das Problem für Unternehmen ist die Vielfalt der Programme, die Bund und Länder und nicht zuletzt die EU aufgelegt haben. "Ihre Zahl wird auf 1200 bis 1800 geschätzt", so Weiler, "keiner hat sie bisher gezählt."

Dazu kommen in Deutschland gut 200 Vergabestellen, die größte davon ist die staatlichen KfW. Das Problem: In diesem Dschungel aus Förderprogrammen und Vergabestellendschungel kann kaum ein Unternehmer erkennen, welche Förderquellen für ihn infrage kommen, welche Fördermöglichkeiten es gibt und mit welchen Konditionen er dabei rechnen kann.

Zumal die bereitstehenden finanziellen Unterstützungsmittel je nach Firmenstandort, Branche und Vorhaben differieren können.

Immerhin gibt es die Hausbank. Sie kann oftmals Licht ins Dunkel bringen. Weiler zufolge sind die Hausbanken in der Lage, hinreichend über die zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten zu informieren. "Von den Zuschüssen, die für Unternehmen zusätzlich bereitstehen, haben sie hingegen keine Ahnung. Sie gehören nicht zu ihrem Aufgabengebiet", schränkt er ein.

Doch diese Zuschüsse können je nach Standort, Branche und Vorhaben bis zu 35 Prozent des gesamten Fördervolumens ausmachen.

Oft liegt es aber auch an den Unternehmen, wenn sie nicht an die verfügbaren und passenden Fördermittel gelangen. Willi Hollingshaus, Steuerberater in Bad Camberg, moniert „meist nicht schlüssige und bewertbare Finanzierungskonzepte“, mit dem Unternehmen gegenüber der Hausbank in der Bringschuld stünden. „Denn natürlich muss die Bank die finanzielle Ausgangssituation des Unternehmens kennen, um die Förderungswürdigkeit des Vorhabens prüfen zu können.“

Seite 1:

Nicht blind in den Fördertopf greifen

Seite 2:

Fördermittel-Berater beauftragen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%