DIHK-Studie
Mittelstand gehen die Nachfolger aus

Die Unternehmensnachfolge wird für den deutschen Mittelstand zunehmend zu einem Problem – und zwar sowohl für Unternehmer, die ihren Betrieb abgeben wollen, als auch für Existenzgründer, die einen Betrieb zur Übernahme suchen. Das schließt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) daraus, dass 2008 der Beratungsbedarf gestiegen ist.

FRANKFURT. Mit mehr als 23 800 Unternehmern suchten sieben Prozent mehr einen Rat in den lokalen Anlaufstellen des Verbandes als im Jahr zuvor, heißt es im DIHK-Report, der dem Handelsblatt vorliegt.

"Die Wirtschafts- und Finanzkrise trifft den Generationswechsel im deutschen Mittelstand", sagt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Die Finanzierung stelle "das größte Problem" dar, wenn sich ein Unternehmer ausgerechnet jetzt einen Nachfolger außerhalb der Familie suchen müsse. Jeder zweite potenzielle Übernehmer (49 Prozent) stehe vor Schwierigkeiten. Dass ein Jahr zuvor allerdings noch mehr potenzielle Nachfolger (56 Prozent) über Finanzierungsprobleme geklagt hatten, lässt dem Report zufolge auf eine bessere Vorbereitung der Betroffenen schließen.

Trotzdem rückte mit der Verschärfung der Wirtschaftskrise die Finanzierung zuletzt stärker in den Mittelpunkt der Beratungsgespräche. So berichten 75 Prozent der IHK-Experten von einem im Vergleich zum Vorjahr schwierigeren Zugang zu Bankkrediten für die Unternehmer (siehe "Problematisch"). 64 Prozent beobachten Probleme, Beteiligungskapital für die Unternehmensnachfolge zu akquirieren. "Es ist schon besorgniserregend, dass eine erfolgreiche Nachfolgeregelung damit allein durch die Finanzierung bei 17 000 Unternehmen mit rund 160 000 Beschäftigten gefährdet ist", sagte Driftmann dem Handelsblatt.

Die Unternehmensnachfolge scheitert allerdings bei weitem nicht nur an der Finanzierung. Infolge der Krise werden Gewinn- und Umsatzeinbrüche den Unternehmenswert schmälern - und dadurch die Preisvorstellungen von Senior-Unternehmer und potenziellem Käufer künftig weiter auseinanderfallen, erwartet der DIHK.

Ein Indiz für die offenbar geringe Neigung, Firmen zu verkaufen, ist auch die Tatsache, dass der amerikanische Großinvestor Warren Buffett in Deutschland bisher kaum zum Zuge kam. Buffett war im vergangenen Jahr eigens nach Frankfurt gereist, um sich mit seinem Konzept als potenzieller Interessent für verkaufswillige Familienfirmen ins Gespräch zu bringen.

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