Direktinvestitionen steigen
Chancen im Osten

Immer mehr deutsche Mittelständler investieren verstärkt in Polen, Tschechien, Rumänien und die Slowakei. Vor allem die kostengünstige Produktion überzeugt viele Unternehmer, in osteuropäische Länder zu investieren. Die Art der Finanzierung spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle.

FRANKFURT. Mit den neuen Eigenkapitalregeln durch Basel II wurde alles anders: „Plötzlich galten Auslandsaktivitäten als Risiko“, sagt Ingo Steinel, Geschäftsführer des gleichnamigen Leuchten- und Sensorenherstellers aus Herzebrock-Clarholz. 500 000 Euro wollte er investieren in die Erweiterung der Fabrik in der rumänischen Stadt Curtea de Arges in der Walachei. Doch die deutschen Banken winkten ab.

Das Geld bekam er trotzdem, von einer Bank in Bukarest: Die WGZ-Bank leitete ihn weiter an die Volksbank Rumania, die Hypo-Vereinsbank an ihre Tochter Bank Austria, die weitere Kontakte knüpfte. „Das ist relativ gut gelaufen“, sagt Steinel. Nach dem Ortstermin vor einigen Monaten floss Geld, und Steinel fliegt seitdem öfter von Westfalen in die Walachei.

Rumänien ist ein beliebtes Ziel für deutsche Mittelständler. Zwischen 2001 und 2004 verdoppelten sich nach Zahlen der Bundesbank die deutschen Direktinvestitionen auf rund eine Milliarde Euro. Spitzenreiter sind allerdings Ungarn, Polen und Tschechien mit rund zwölf, beziehungsweise je fast zehn Milliarden Euro. „Mittel- und Osteuropa sind mit die wichtigsten Märkte für die deutsche Wirtschaft“, sagt Oliver Wieck, Geschäftsführer des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft. „Der Trend nach Osteuropa hält an.“

Bereits seit 1993 lässt Ingo Steinel in Osteuropa fertigen. „Wir mussten damals dem Kostendruck aus China etwas entgegensetzen“, sagt er, da blieb nur die Expansion nach Osten. Zuerst ging er nach Tschechien, investierte 200 000 Euro in die Fertigung in der Kleinstadt Raspenava. Das meiste kam aus Eigenmitteln, den Rest finanzierten Volksbank Gütersloh und WGZ.

„In der Regel stellen die Unternehmen mindestens ein Drittel des Kapitals bereit, den Rest finanzieren wir zusammen mit der osteuropäischen Partnerbank, verlangen dafür aber von der deutschen Muttergesellschaft eine Bürgschaft für die Neugründung“, sagt WGZ-Osteuropa-Experte Piotr Napolski. Und so hängt es sehr stark von deren Bonität ab, wie teuer der Ausflug in den Osten wird. Wichtig seien ein ordentlicher Businessplan mit einer Analyse des Standortes und ein Finanzierungsplan, der Auskunft gibt, wie schnell der Kredit zurückgeführt werden kann. „Zuerst müssen Kunden einen Fragebogen ausfüllen, der geht an den internationalen Desk und von dort an die regionalen Desks der Volks- und Raiffeisenbanken im Ausland“, sagt Napolski. Die wüssten auch Bescheid über nationale Fördertöpfe.

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