Diversifizierung ist Zukunft
Emirate suchen Chance jenseits vom Erdöl

Erdöl, das war gestern. Zumindest aus Sicht der Strategen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Zukunft der VAE, die über die fünftgrößten Ölreserven weltweit verfügen, liegt in anderen Feldern: bei Tourismus und Handel, Industrie und Finanzdienstleistungen.

ABU DHABI. „Wir müssen mit dem Modell des Rentier-Staates brechen“, sagt der Staatsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargash. „In der Diversifizierung liegt unsere Zukunft.“ Aus seinem Büro in Dubai kann der Minister beobachten, wie rasch sich die Skyline der Wüstenmetropole wandelt. In Sichtweite entsteht in atemberaubender Geschwindigkeit das größte Gebäude der Welt. Mit 800 Metern überragt der „Burj Dubai“ das Meer der aus dem Sand gestampften Hochhäuser und Freihandelszonen um das Vielfache.

Der Turm ist Ausdruck für das neue Selbstbewusstsein in den Emiraten. Finanziert aus den Petrodollar Abu Dhabis entsteht am Persischen Golf ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, das seinesgleichen sucht. Entsprechend aufmerksam wird die Entwicklung in den arabischen Nachbarstaaten beobachtet. Haben die VAE doch nicht weniger vor, als die „Keimzelle für eine arabische Renaissance“ zu bilden.

Die Globalisierung stellt den Rahmen für Megaprojekte in Abu Dhabi und Dubai. Mit erneuerbaren Energien beschäftigen sich die VAE ebenso wie mit dem Anspruch, Handels-, Medizin- und Medienzentrum der Region zu werden. Traditionen und Kultur gepaart mit Weltoffenheit und Wagemut der Einwohner sind die Triebkräfte des Wandels. „Die VAE werden zu einem neuen Modell“, sagt Ahmed Ali Al Sayegh, Chef des Immobilien- und Baukonzerns Aldar in Abu Dhabi.

Obwohl erst vor zwei Jahren gegründet, plant das junge Unternehmen bereits Megaprojekte im Wert von 14 Mrd. Euro. Ein Konzern wie Aldar ist kein Einzelfall in den Emiraten. Vor 36 Jahren aus der britischen Kolonialverwaltung in die Unabhängigkeit entlassen, brechen die siebenTeilstaaten mit einem Bild Arabiens, das durch Rückständigkeit, Kriege und Despoten geprägt ist. Al Sayegh bedauert, dass im Westen ein so negatives Image der arabischen Welt vorherrscht. „Es ist eben leichter, Stereotype zu bedienen“, weiß er. Doch die VAE besitzen alle Zutaten für eine Geschichte von einem „arabischen Wirtschaftswunder“.

Noch vor wenigen Jahrzehnten lebte die Bevölkerung der Emirate kärglich vom Handel und der Perlenfischerei. Heute ist sie im Zeitalter von High-Tech und Globalisierung angekommen, fahren Ferrari oder BMW. Schnittige Autos, spektakuläre Bauten, gigantische Handels- und Industriezonen und die Pracht der Luxushotels in Abu Dhabi und Dubai sind dabei nur der sichtbare Teil des Strukturwandels.

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