Dorma und Kaba
Zwei Hidden Champions schließen sich zusammen

Zwei Traditionsfirmen der Schließsystembranche schließen sich zusammen: Das deutsche Familienunternehmen Dorma und die börsennotierte Schweizer Gesellschaft Kaba wollen fusionieren. Am 22. Mai entscheiden die Aktionäre.
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Zürich/DüsseldorfDie Deutsche Dorma und die Schweizer Kaba haben ihren Zusammenschluss zur dorma+kaba angekündigt. Gemeinsam kommen die beiden Hersteller von Schließsystemen auf einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro und beschäftigen rund 16.000 Menschen. „Kaba Dorma katapultieren sich mit dem Merger auf den dritten Rang knapp hinter Allegion im fragmentieren und sich konsolidierenden Sicherheitstechnikmarkt“, kommentierte Andreas Müller von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Gespräche zwischen Kaba und Dorma liefen schon länger, erklärte Kaba-Verwaltungsratschef Ulrich Graf: „Ich kenne die Familie Mankel/Brecht-Bergen seit rund 30 Jahren.“ Dorma sei ein langjähriger Wunschkandidat gewesen, doch in der Vergangenheit hätten beide Unternehmen Führungsansprüche gehabt. „Vor zwei Jahren haben wir begonnen zu sprechen und wir sind immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass dies die beste Lösung ist."

„Mit dem Zusammenschluss würde Kaba mehr Wert generieren als mit jeder anderem Zusammenschluss" ergänzte Graf. Die Familien binden sich für mindestens 15 Jahre mit einem Poolvertrag. Am 22. Mai können die Aktionäre über den Zusammenschluss entscheiden.

Die 107 Jahre alte Dorma aus Ennepetal erwirtschaftet mit 7.200 Mitarbeitern einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Die Schweizer Kaba, gegründet vor 153 Jahren, beschäftigt rund 9.000 Menschen und kam vergangenes Geschäftsjahr auf einen in Euro umgerechneten Umsatz von 960 Millionen Euro.

Die Geschäfte beider Unternehmen ergänzen sich gut, der Kaba-Vorstandschef Riet Cadonau zeigte bei der Analysten- und Pressekonferenz, dass 80 Prozent der Produkte komplementär seien. Dorma verkauft zum Beispiel automatische Türen, was Kaba nicht im Angebot hat. Umgekehrt produzieren die Schweizer Zugangssysteme, wie man sie aus den Eingangsbereichen von Unternehmen kennt, das fehlt bei den Nordrhein- Westfalen im Angebot. Auch regional ergänzen sich beide Firmen gut; die Schweizer sind gut im amerikanischen Markt vertreten und verfügen über 34 Auslandsstandorte, die Deutschen im Raum Asien-Pazifik, sie sind in50 Ländern vertreten.

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Beträchtliche Synergien

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