Drei Branchen, drei Unternehmer, drei Köpfe, die Mut machen
Mutmacher der Nation

Sie sind selten geworden, aber es gibt sie noch: Unternehmer, die die Stärken des Standorts Deutschland nutzen, hier kräftig investieren und so Hunderte neuer Jobs schaffen. Eine Besichtigung des Mittelstands im Jahr der Heuschrecke.

Wenn Anton Kathrein in seinem Büro im siebten Stock sitzt, liegt ihm seine Heimatstadt Rosenheim zu Füßen. Mit dem Zeigefinger deutet der Chef des gleichnamigen Antennenherstellers Richtung Süden und sagt: „Schauen Sie, dort hinten am Horizont. Können Sie die Spitze sehen?“ Und tatsächlich: Vom schneebedeckten Gipfel des Wendelsteins ragt sie in den weißblauen Himmel, die DVB-T-Antenne aus dem Hause Kathrein, mit der die Region ab dem 30. Mai ins digitale Fernsehzeitalter startet. „Ich bin als Bayer schon stolz darauf, ganz Bayern mit Antennen ,made in Bayern’ auszustatten.“

Wenn Andrea Schauer über die Länder in Fernost, also die weithin üblichen Produktionsstandorte ihrer Konkurrenten, spricht, geht die Geschäftsführerin des Spielzeugherstellers Playmobil zu einem Regal, nimmt eine kleine weiß-gelbe Ritterfigur in die Hand und sagt: „Drücke ich dieser Figur dieses kleine Kunststoffschwert von der rechten in die linke Hand, dann muss das halten, auch noch beim 100. Mal. Diesen Standard können uns die Betriebe in Asien einfach noch nicht bieten.“

Wenn Torsten Toeller über seine Expansionspläne berichtet, schnappt sich der Gründer des Tierbedarf-Filialisten Fressnapf eine gerahmte Deutschland-Karte, stellt sie auf einen Tisch und fährt mit der Hand über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und die neuen Bundesländer. „Mit einer guten Idee lassen sich auch hier noch gute Geschäfte machen – Konsumkrise hin, Geiz-ist-geil-Mentalität her.“

Drei Branchen, drei Unternehmer, drei Köpfe, die Mut machen. Die zeigen, dass der Standort Deutschland nicht so schlecht sein kann, wie ihn viele Schreckensmeldungen erscheinen lassen. Da sind die fünf Millionen Arbeitslosen, da sind die wegbrechenden Steuereinnahmen, da sind die nach unten korrigierten Wachstumsprognosen und natürlich die Heuschrecken, die SPD-Chef Franz Müntefering in Form von Turbo-Kapitalisten einer Plage gleich über das Land hereinbrechen sieht.

Aber da sind eben auch die vielen quicklebendigen und innovativen Unternehmen, die erfolgreich arbeiten, neue Jobs selbst im Inland schaffen und dennoch ihre Gewinne steigern. Weil sie wissen, wie sie die Stärken des Standorts nutzen können – eine Besichtigung des Mittelstands zwischen Oberbayern und dem Rheinland, zwischen den Gesetzen der Betriebswirtschaft und einem gesunden Schuss Patriotismus.

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