Dresdner Bank
Mehr Kunden, aber nicht mehr Gewinn

Die Dresdner Bank kommt beim Aufbau ihres Mittelstandsgeschäfts nur langsam voran. Nun setzt die Allianz-Tochter auf spezielle Angebote für das Segment und sieht erste Erfolge.

FRANKFURT. „Allein in den ersten sechs Monaten 2007 haben wir im Mittelstand netto deutlich mehr als 2000 neue Kunden gewonnen“, sagte Dresdner-Vorstandsmitglied Andreas Georgi dem Handelsblatt. Ende vergangenen Jahres habe der Bestand an Mittelstandskunden noch bei rund 250 000 gelegen.

Mit der Nennung der Netto-Kundenzuwächse steht die Dresdner Bank allein auf weiter Flur. Die Konkurrenz liefert bestenfalls Brutto-Angaben, die über den Erfolg im hart umkämpften Mittelstandsgeschäft de facto nichts aussagen. Hinzu kommt, dass jeder das Segment anders definiert. So beanspruchen sowohl Dresdner Bank als auch Commerzbank den Platz zwei für sich im Markt. Lediglich die Deutsche Bank ist als Marktführer allgemein anerkannt. Sie beziffert die Zahl ihrer Mittelstandskunden auf etwa 900 000.

Impulse erwartet die Dresdner Bank unter anderem von ihrem vor einem Monat eingeführten „Mittelstandsdarlehen“. Es erlaubt dem Unternehmen bei festem Zinssatz und einer Mindesthöhe von 25 000 Euro unbegrenzte Sondertilgungen. Weitere Angebote sowohl auf der Kredit- wie auf der Einlagenseite sollen folgen. „Wir wollen das Kreditvolumen durch neue Produkte in den kommenden Monaten um zusätzlich eine Milliarde Euro steigern“, bekräftigte Georgi. Gegenüber den 2006 erreichten 21 Mrd. Euro wäre dies immerhin ein Plus von fünf Prozent.

Per Jahresmitte konnten die Frankfurter schon 800 Mill. Euro zusätzliches Kreditvolumen verbuchen. Auf der Erlösseite schlug sich das jedoch nicht nieder. Die operativen Erträge stagnierten mit 1,88 (Vorjahr 1,87) Mrd. Euro, das Vorsteuerergebnis verringerte sich sogar leicht. Bankinsider begründen dies auch mit den Umstrukturierungen der vergangenen Jahre im Firmenkundengeschäft. „Das ganze Hin und Her hat den Kundenverbindungen geschadet“, sagt ein langjähriger Dresdner-Mitarbeiter. „Das hinterlässt Spuren.“

Georgi bestreitet hingegen, dass es Irritationen seitens der Kunden gibt und geht in die Offensive. Für 2008 gehe er von größeren Zuwachsraten auf der Ertragsseite aus, sagte er – ohne aber konkrete Ziele zu nennen. Mit einer Eigenkapitalrendite von 34 Prozent nach Steuern im ersten Halbjahr sei das Mittelstandssegment zudem bereits gut unterwegs. „Das ist aber nur ein Zwischenziel“, fügte Georgi hinzu. „Wir wollen weiter profitabel wachsen.“

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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