Dünnbleche
Neue Werkstücke sind dünn – und doch stabil

Wenn die Rohstoffe knapp werden, sind Materialien gefragt, die Ressourcen sparen. Dünne Bleche erfüllen genau diesen Zweck. Denn sie sind leicht und trotzdem stabil - und damit gerade für Mittelständler attraktiv.

KÖLN. Der Blick in die Presse der Göppinger Schuler AG lässt ein rot glühendes Bauteil erkennen: Eine Stück Blech, in diesem Fall eine B-Säule für den VW Passat, das Verbindungsstück zwischen Fahrzeugboden und Dach. Umformspezialisten haben das Blech auf rund 950 Grad erwärmt. Nun liegt es in einem wassergekühlten Werkzeug, wo es innerhalb von wenigen Sekunden auf 170 Grad herunter gekühlt wird. „Das Verfahren nennt man Formhärten“, erklärt Produktmanager Jens Aspacher. Durch diese Prozedur werden die Teile bei gleichem Gewicht fester und stabiler. „Besonders im Karosseriebau sind dünne Bleche gefragt“, sagt Aspacher.

Ab drei Millimeter abwärts gelten Bleche als dünn – und werden Feinbleche genannt. Und für Autobauer erfüllen sie gleich mehrere Zwecke: Erstens brauchen sie weniger Rohmetall, sind also preiswerter als dickere Pendants. Gleichzeitig halten sie derselben Belastung stand. Und je leichter die Karosserie ist, desto geringer der Spritverbrauch. In Zeiten knapper Rohstoffe und breiter Diskussion um den Energieverbrauch erleben Feinbleche daher einen regelrechten Boom, bestätigt Frank Sundermann von der Unternehmensberatung Wüpping: „Und nicht nur bei Autos, auch im Maschinenbau zeichnet sich ein klarer Trend zur Blechtechnik ab.“

Blechtafeln werden nicht mehr nur als Maschinenverkleidung eingesetzt, sondern immer öfter auch für tragende Elemente wie Maschinenrahmen. Durch Abkanten und Versicken wird das Feinblech so stabil gemacht wie dickes Grobblech: „Wo früher sechs Millimeter starke Platten notwendig waren, reichen heute dank Umformtechnik drei oder vier Millimeter“, weiß der Berater.

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