Dünne Personaldecke
Unternehmen unterschätzen Pandemie-Risiken

Die Unternehmen in Deutschland unterschätzen das Arbeitsausfallrisiko im Falle einer Pandemie, beispielsweise in Form einer Grippewelle. Das Szenario: Fast jeder zweite Angestellte könnte nicht am Arbeitsplatz erscheinen. Die Firmen haben dem bisher wenig entgegenzusetzen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen wären von den Folgen betroffen.

HB DÜSSELDORF. Fast jeder fünfte Betrieb weist derzeit eine zu dünne Personaldecke auf, um entsprechende Ausfälle abfangen zu können. Ein Grund dafür ist der Stellenabbau in vielen Branchen. Seit 1990 fielen in Deutschland rund zwei Millionen Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer. Mögliche schmerzhafte Folge: Beim Ausbruch einer Pandemie und den dadurch resultierenden Mitarbeitermangel kann den Unternehmen ein wirtschaftlicher Schaden von bis zu 75 Milliarden Euro entstehen, so eine Schätzung des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen wären von den Folgen einer möglichen Grippewelle betroffen. Die meist familiengeführten Betriebe stellen rund 75 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland. Hier liegt die Ausfallrate im Grippefall der Angestellten bei bis zu 50 Prozent. Im Zeitraum zwischen 2004 und 2005 erkrankten bundesweit rund sechs Millionen Menschen an dem Grippevirus. Bei einem Pandemie-Szenario mit mittelschweren Auswirkungen läge die Zahl der Erkrankungen dreimal so hoch. Rund 160 000 Todesfälle gingen auf das Konto der Influenza-Infektion, schätzen Experten des Robert-Koch-Instituts.

Die wirtschaftlichen Schäden lassen sich unter anderem durch gezielte Grippeimpfungen begrenzen. So schützt die jährliche Vorsorge je nach Antigen zu 40 bis 80 Prozent der Belegschaft vor einer Influenza-Erkrankung. Trotzdem haben nur sieben der 30 Dax-Unternehmen größere Mengen Grippemittel für ihre Angestellten auf Lager. Jede dritte börsennotierte Firma hat sich zudem weder auf eine Pandemie vorbereitet, noch arbeitet sie an entsprechenden Notfallplänen. Ebenso wenige Betriebe informieren ihre Mitarbeiter über die potenziellen Gefahren beispielsweise in Form interner Aufklärungskampagnen.

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